15:48 22 November 2019
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    Russlands Präsident Wladimir Putin und der türkische Präsident Tayyip Erdogan

    Westliche Medien nennen Hauptziel von Erdogans Besuch in Russland

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    Politik
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    Die Neuannäherung der Präsidenten Russlands und der Türkei, Wladimir Putin und Recep Tayyip Erdogan, ist der Versuch Erdogans zu zeigen, dass Russland eine Alternative zur EU sein kann, schreibt die Zeitung „The Wall Street Journal“ (WSJ) am Mittwoch.

    „Dennoch stimmen ihre (Moskaus und Ankaras – Anm. d. R.) Interessen auf lange Sicht absolut nicht überein, darunter auch zu Syrien und zu Fragen von Wirtschaft und Energie. Deswegen ist es wichtig, dass wir unsere Kanäle für Ankara offenlassen“, wird ein ranghoher EU-Beamter von WSJ zitiert.

    Laut einem anderen EU-Beamten zeigt der Erdogan-Besuch „eine Stärke, die größer zu sein scheint als sie es tatsächlich ist“.

    „Die meisten großen Verbündeten haben immer mehr Bedenken gegenüber Russland, sogar wenn sie den Abbau der Spannungen anstreben“, sagte der Ex-Berater von Präsident George Bush Junior und Exekutivdirektor des Consulting-Unternehmens Kissinger Associates, Thomas Graham. 

    Obwohl Ankara ihm zufolge ein Nato-Verbündeter ist, gewinnt sein Schutz einen „anderen Kontext“, wenn die Türkei ein „totalitärerer Staat wird, der sich bei Russland einschmeichelt“. 

    Laut WSJ zeugt der erste Besuch Erdogans nach dem gescheiterten Putschversuch in der Türkei von seiner Bereitschaft, mit Russland zu rechnen. 

    Dabei vertreten EU-Spitzenpolitiker die Auffassung, dass Ankara, das eine Schlüsselbedeutung bei den Einsätzen gegen die Terrormiliz Daesh (auch „Islamischer Staat“, IS) hat und die zweitgrößte Armee in der Nato besitzt, ein treuer Verbündeter des Westens bleibt.

    Das erste Treffen der Staatschefs Russlands und der Türkei seit der Wiederaufnahme der bilateralen Beziehungen fand am Dienstag im Konstantin-Palast in Strelna bei St. Petersburg statt. Die Spitzenpolitiker verständigten sich auf die Normalisierung der bilateralen Beziehungen.

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    Tags:
    Beziehungen, Neuannäherung, Kissinger Associates, Terrormiliz Daesh, NATO, EU, George Bush Junior, Thomas Graham, Türkei, Russland