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02:33 18 August 2019
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    Putin traf Erdogan – Nato erinnert sich an „wichtige Kommunikationskanäle“ zu Moskau

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    Normalisierung der russisch-türkischen Beziehungen (108)
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    Obwohl die Nato keine ausführlichen Kommentare zum jüngsten Treffen der Präsidenten Russlands und der Türkei, Wladimir Putin und Recep Tayyip Erdogan, abgibt, wiederholt sie, dass die Aufrechterhaltung von Kommunikationskanälen nach Russland für die Allianz wichtig ist, wie ein namentlich nicht genannter Vertreter des Bündnisses sagte.

    „Die Türkei ist ein wertvoller Nato-Partner. Wir haben keine besonderen Kommentare zu diesem Treffen. Wie der Nato-Generalsekretär mehrmals erklärt hat, ist es für die Allianz wichtig, Kommunikationskanäle zu Russland zu erhalten“, hieß es. 

    Die Europa-Ausgabe des Politico-Magazins schreibt derweil, dass die Türkei als starkes Nato-Mitglied für Russland nützlicher wäre, als ein einfacher „prorussischer Satellit“.

    „Letzen Endes kann die Türkei als störrisches Nato-Mitglied Putin besser dienen, als ein prorussischer Satellit“, heißt es in dem Artikel. 

    Zuvor hatte der russische Präsident Wladimir Putin mitgeteilt, dass sich die Türkei bereiterklärt habe, die gemeinsamen Projekte der Gas-Pipeline Turkish Stream sowie des ersten türkischen Atomkraftwerks in Akkuyu wieder aufzunehmen. In diesem Zusammenhang bezeichnet Politico die mögliche Verleihung eines „strategischen Investitionsstatus“ für jene Projekte durch Ankara als „großes Zugeständnis“ an Putin. Dasselbe gelte für den Militärbereich. Dort, so heißt es in dem Magazin, sei vom Kauf russischer Luftabwehrsysteme durch Ankara die Rede.   

    Erdogan hatte am Dienstag nach dem Treffen mit Putin erklärt, Ankara wolle mit Russland im Bereich der Rüstungsindustrie zusammenarbeiten.

    Am 9. August fand in St. Petersburg das erste Treffen des russischen Präsidenten Wladimir Putin mit seinem türkischen Amtskollegen Recep Tayyip Erdogan nach der Krise in den bilateralen Beziehungen statt. Damit gilt der Neustart im Verhältnis zwischen Moskau und Ankara nach dem Abschuss des russischen Bombers Su-24 im November 2015 als besiegelt.

    Putin und Erdogan erklärten ihre Absicht, die Zusammenarbeit in allen Bereichen wieder herzustellen. Wie die russische Seite besonders hervorhob, werden die gegen türkische Unternehmen gerichteten speziellen Wirtschaftseinschränkungen etappenweise aufgehoben und die Projekte Turkish Stream und AKW Akkuyu wiederbelebt. Die Charterflüge sollen wieder aufgenommen und die Visaprobleme zwischen beiden Ländern geklärt werden. Obwohl die Türkei Nato-Mitglied ist, zeigte sich Erdogan zu einer Zusammenarbeit mit Moskau in der Rüstungsindustrie bereit.

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    Kommunikationskanäle, Su-24, Politico, NATO, Recep Tayyip Erdogan, Wladimir Putin, Türkei, Russland