12:35 20 November 2019
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    Botschaft Ecuadors in London am 11. August

    Ecuador gestattet schwedischen Ermittlern Befragung von Assange

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    WikiLeaks-Gründer Julian Assange (84)
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    Die Staatsanwaltschaft in Ecuador hat den Antrag aus Stockholm, schwedischen Ermittlern Zugang zur ecuadorianischen Botschaft in London zu gewähren, bewilligt. Anlass dafür sei die Befragung des WikiLeaks-Gründers, Julian Assange. Dies meldet am Donnerstag „The Guardian“ unter Verweis auf eine offizielle Erklärung der ecuadorianischen Behörden.

    „In den nächsten Wochen wird der Termin der Gerichtsverhandlungen festgelegt, die in der ecuadorianischen Botschaft in Großbritannien stattfinden werden“, heißt es in der Meldung.

    Wie die ecuadorianischen Behörden anmerkten, haben sie in den vergangenen vier Jahren Kompromissvarianten zur Regelung von Assanges Schicksal vorgeschlagen. Zugleich betonten sie, dass die Zustimmung zu einer Befragung nicht mit dem Urteil einer UN-Arbeitsgruppe zu willkürlichen Festnahmen verbunden sei.  Großbritannien habe zuvor gedroht, Assange beim Verlassen der Botschaft sofort festzunehmen, was die Arbeitsgruppe als rechtswidrige Handlung qualifiziert hatte. 

    Mehr zum Thema: Assange lebt jetzt mit Katze in Botschaft

    2012 hat Assange in der ecuadorianischen Botschaft in London Zuflucht gesucht, nachdem er in Großbritannien alle Rechtsmittel gegen einen Antrag Schwedens auf seine Auslieferung ausgeschöpft hatte. In Schweden wird Assange Vergewaltigung und sexuelle Belästigung vorgeworfen. Seine Schuld streitet der Journalist jedoch ab. Im Sommer 2015 wurde ein Teil der Anklagen wegen Verjährung fallen gelassen.

    Assange befürchtet, dass Stockholm ihn nach einer Auslieferung an die schwedischen Behörden weiter an die USA überstellen würde, wo ihm wegen der Veröffentlichung von geheimen Informationen die Todesstrafe drohen könne.

    Assange ist ein australischer Journalist, der 2006 die Enthüllungsplattform WikiLeaks gegründet hat, auf deren Webseite geheime und entlarvende Dokumente und Materialien veröffentlicht werden.

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    Julian Assange, Schweden, Ecuador, USA, Großbritannien