08:45 25 November 2017
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    Wladimir Putin

    „Grausame Rache Putins“: „Welt“ und „Zeit“ im Propagandarausch

    © AP Photo/ Alexander Zemlianichenko
    Politik
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    Ausgerechnet die sogenannte Qualitätspresse, die sich stets lauthals für unabhängige und objektive Berichterstattung einsetzt, hat an einem Tag gleich in zwei Artikeln durch Unterstellung, Fehlinterpretation, Verleumdung und falsche Übersetzungen Russland dämonisiert. Eine Spurensuche per Screenshots.

    Screenshot des Artikels von gestern
    Screenshot des Artikels von gestern

    „So grausam rächen sich Putins Truppen an Zivilisten“
    So lautete der Titel eines Welt-Artikels vom Mittwochabend, wo das Blatt unter Berufung auf „Syrer“ und „russische Aktivisten“ über angebliche Kriegsverbrechen der russischen Luftstreitkräfte berichtet. Einige Stunden später wechselte die Überschrift allerdings auf „Brandwaffen mit "erheblichem humanitären Schaden"“. Um das Ganze offenbar glaubwürdiger erscheinen zu lassen, wurde den Lesern ins Gewissen geredet: „Massenmord: Aleppo geschieht vor unseren Augen – Schämt euch“, hieß es unter dem Link zum Artikel. Aber auch diese Worte verschwanden später.

    Screenshot nach der Titeländerung
    Screenshot nach der Titeländerung

     
    Beweisbilder? „Gibt’s, zeigen wir aber nicht“
    Im ganzen Artikel wird kein einziger Beweis und auch kein einziger Link gebracht. Aber das scheint die Zeitung gar nicht zu stören. Als Beweismaterial werden Berichte und Fotos diverser „russischer Aktivisten“ genannt (aber nicht gezeigt!):  „In einigen Fällen fotografierten Augenzeugen Militärflieger des Typs Su-34, die gerade Streubomben abgeworfen haben. Solche Flugzeuge hat nur Russland“, schreibt das Blatt.

    Screenshot eines Leserkommentars, der womöglich schon gelöscht wurde
    Screenshot eines Leserkommentars, der womöglich schon gelöscht wurde

    „Brutale Angriffe mit Giftgas“ seien eine „Racheaktion“, behauptet „Die Welt“ und zitiert weiter einen Human Rights Watch-Sprecher, der allerdings statt von „Massenmorden“, von rund zehn verletzten Zivilsten in Idlib berichtet.

    Der erste Leserkommentar
    Der erste Leserkommentar

     
    „Blutrünstiger Putin“ und seine „Vergeltung“

    Tags zuvor hatten russische Behörden die Vereitelung von Terroranschlägen auf der Krim gemeldet, die durch ukrainische Spezialtruppen geplant gewesen sein sollen.  Keine Stunde vergeht nach der Rede des russischen Präsidenten Wladimir Putin und „Die Zeit“ weiß schon: „Der russische Geheimdienst will einen ukrainischen Anschlag auf der Krim verhindert haben. Präsident Putin kündigt Vergeltung an, die Ukraine dementiert jegliche Aktion.“ Weiter im Text heißt es dann: „Der Tod der beiden Russen werde nicht ungesühnt bleiben.“ Angeblich hat das der russische Präsident gesagt.

    So interpretierte das Blatt offenbar ein Zitat von Putin, das aber wie folgt in deutscher Übersetzung lautete: „Auf der russischen Seite ist es zu Verlusten gekommen, es wurden zwei Dienende getötet. Wir werden sicherlich nicht über so etwas hinwegsehen.“
     
     
    Fazit
    Im Grunde, ist es ja nicht neu, dass die deutsche „Qualitätspresse“ mit Unterstellungen diverser Form ein Feindbild von Russland und Wladimir Putin persönlich schafft. Dass aber die so hoch gepriesene „objektive Berichterstattung“ der deutschen „Niveau-Presse“ mittlerweile komplett zu einer realitätsverweigernden Propaganda umgestaltet wurde, wirkt beinahe erschreckend.
    Propaganda
    © REUTERS/ Tobias Schwarz

    „Man bevorzugt Orwellschen Doppelsprech in noch perverserer Ausprägung als zu Sowjetzeiten“, schrieb vor ein paar Monaten ein „Welt“-Reporter. Im Nachhinein scheinen diese Worte durchaus auf die deutsche Medienwelt anwendbar, die sich selbst bei ihren Lesern in Misskredit bringt. Deren Kommentare werden denn auch noch massenweise entfernt.

    • So sieht Meinugsfreiheit aus, Leser-Kommentare zum Zeit-Artikel über die Krim-Ereignisse
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      So sieht Meinugsfreiheit aus, Leser-Kommentare zum Zeit-Artikel über die Krim-Ereignisse
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    So sieht Meinugsfreiheit aus, Leser-Kommentare zum Zeit-Artikel über die Krim-Ereignisse

    Oft wurden und werden, wie auch im Fall der hier behandelten Artikel, Fotos von toten oder verletzten Kindern und Zivilisten auf das Titelblatt gesetzt. Man kann nach Belieben darüber streiten, ob das nun Propaganda ist, oder wohl doch durch die Meinungsfreiheit gedeckt wird. Eines ist aber klar: Lügen in Bezug auf Militärkonflikte spielt bekanntlich immer Kriegstreibern in die Hände.

    Tags:
    Propaganda, Die Zeit, Die Welt, Deutschland, Russland
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