15:47 23 Oktober 2018
SNA Radio
    Bau der Gaspipeline Nord Stream (Archivbild)

    Lawrow: Moskau will Nord Stream 2 nicht politisieren

    © Sputnik / Igor Zarembo
    Politik
    Zum Kurzlink
    Nord Stream 2 (91)
    1502

    Russland will das Projekt Nord Stream 2 nicht politisieren, wie Außenminister Sergej Lawrow am Montag auf der Pressekonferenz mit seinem deutschen Amtskollegen Frank-Walter Steinmeier in Jekaterinburg sagte. In dieser Frage müsse doch gesunder Menschenverstand die Oberhand gewinnen.

    „Ich denke, dass Deutschland die Rolle des Nord Stream 2 als realen Brennstoff-Lieferanten gewertet hat. Das wird dadurch  bestätigt, dass dieses Projekt neben dem russischen Gaskonzern Gazprom auch OMV und Shell für ihre Aktieninhaber vertreten. Auch viele andere europäische Unternehmen sind am Abschluss des Vertrags zur Verlegung der Unterwasser-Pipeline interessiert“, so Lawrow. 

    „Wir wollen diesen Prozess nicht politisieren. Unsere polnischen Kollegen treten offen dagegen auf, weil die Abhängigkeit von Russland ihren Worten nach in jeglicher Form zunehme. Hier geht es aber um gegenseitige Abhängigkeit — von unserem Gas hängen viele EU-Länder ab. Wir haben nie jemanden enttäuscht. Es gibt Probleme mit dem Transit. Nord Stream 2 wird es uns ermöglichen, diese zu lösen“, betonte der Chefdiplomat. 

    Lawrow zeigte sich zuversichtlich, dass letztlich doch gesunder Menschenverstand und wirtschaftliche Gründe die Oberhand gewinnen werden.     

    Zuvor hatte das polnische Kartellamt UOKiK den Antrag der Gesellschafter Gazprom, Engie, OMV, Shell, Uniper und Wintershall abgelehnt, die Gründung eines Joint Ventures zur Realisierung des Projekts zu genehmigen. Seine Entscheidung begründete Polen damit, dass die neue Pipeline die Konkurrenz auf dem Gasmarkt in Europa beeinträchtigen wird.

    Das Projekt Nord Stream 2 sieht die Verlegung von zwei Pipelinesträngen mit einer Gesamtkapazität von 55 Milliarden Kubikmeter Gas von der russischen Ostseeküste bis an die deutsche Küste vor.

    Dem russischen Gaskonzern Gazprom sollen 50 Prozent gehören, jeweils zehn Prozent den Unternehmen BASF, E.ON, Engie, OMV und Shell. Die neue Pipeline soll neben dem bereits vorhandenen Nord Stream 1 verlegt werden. Die Ukraine tritt gegen dieses Vorhaben auf, da es ihre Rolle als Transitland für russisches Gas schwächen würde.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Themen:
    Nord Stream 2 (91)

    Zum Thema:

    Nord Stream 2: US-Beauftragter sagt Zusammenbruch der ukrainischen Wirtschaft voraus
    Gaspipeline Nord Stream wird für planmäßige Wartung stillgelegt
    Polen gegen Nord Stream 2 – Gazprom muss die Pipeline allein verlegen
    Nord Stream 2: Österreich will weiter wichtigster Gas-Hub bleiben
    Tags:
    Nord-Stream-2, BASF, Wintershall, Uniper, Shell, OMV, Engie, Gazprom, Frank-Walter Steinmeier, Sergej Lawrow, Ostsee, Ukraine, Deutschland, Polen, Russland