23:54 18 Oktober 2018
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    Luftwaffenstützpunkt Incirlik in der Türkei

    Terroristen gefährden US-Atomwaffen in Türkei – Experten

    © REUTERS / Murad Sezer
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    Friedensforscher aus den USA warnen davor, weiter US-Atombomben in der Türkei zu stationieren, wie das russische Nachrichtenportal lenta.ru berichtet. Angesichts der zunehmenden politischen Unruhe könnten die Kernwaffen in falsche Hände gelangen.

    Die US-amerikanischen Atombomben auf dem Luftwaffenstützpunkt Incirlik seien in sicherheitspolitischer Hinsicht „reines Glücksspiel“, erklären Experten vom Washingtoner Friedensforschungsinstitut „The Stimson Center“ in ihrem Bericht. Vor dem Hintergrund der andauernden Staatskrise in der Türkei gebe es keine absolute Sicherheit, dass die Vereinigten Staaten die Kontrolle über die circa 50 atomaren Sprengsätze vom Typ B61 behalten könnten.

    Die türkische Regierung habe während des Putschs den Zugang zur Incirlik Air Base eingeschränkt und den Kommandeur des Stützpunkts wegen des Verdachts auf Teilnahme an der Revolte verhaftet. 

    Mehr zum Thema: Ex-Admiral von US-Marine verweist auf Probleme mit türkischer Basis Incirlik

    Die USA hatten schon während des Kalten Krieges in den fünfziger und sechziger Jahren taktische Atomwaffen in Europa stationiert, um die Verstärkung sowjetischer Panzertruppen in Osteuropa zu kompensieren. Zwar ist der Großteil dieser Waffen Anfang der neunziger Jahre aus Europa abgezogen worden, weitere 180 Sprengköpfe vom Typ B61 sind jedoch nach wie vor auf Stützpunkten in ganz Europa stationiert: in Deutschland, den Niederlanden, Belgien, Italien und der Türkei.

    Alle B61-Bomben sollten aus Europa abgezogen, die Beschaffung dieses Waffentyps solle unverzüglich gestoppt werden, wodurch über sechs Milliarden US-Dollar eingespart würden, raten nun die Experten vom „Stimson Center“. „Diese Bomben werden den Anforderungen der modernen Kriegsführung nicht gerecht und sind zugleich sehr kostenintensiv“, heißt es in dem Bericht.

    Angehörige des türkischen Militärs haben am 15. Juli einen Staatsstreich in der Türkei unternommen. Außer den Putschisten und ihren Komplizen wurden dabei 246 Menschen getötet, über 2100 Menschen wurden verletzt. Die türkische Führung hat den Putsch gewaltsam beendet.

    Ankara beschuldigt den im US-amerikanischen Exil lebenden Islamprediger Fethullah Gülen, den Staatsstreich organisiert zu haben. Die Türkei fordert von den USA die Auslieferung des Oppositionellen. Andernfalls drohe eine Verschlechterung der Beziehungen, so die türkische Regierung. Gülen verurteilt indes den Putsch und beteuert, daran nicht beteiligt gewesen zu sein.

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    Incirlik, B61, USA, Türkei