17:48 21 Juli 2018
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    Turkisсher Präsident Recep Tayyip Erdogan

    Attentat auf Erdogan 2012: Präsident überlebt nur knapp „Anschlags-OP“

    © REUTERS / Kayhan Ozer/Presidential Palace
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    Anhänger Fethullah Gülens sollen bereits 2012 einen Mordanschlag auf Präsident Recep Tayyip Erdogan geplant, wie die türkische Zeitung „Yeni Safak“ berichtet. Damals schon sei der Staatschef dem Tod schon in letzter Minute entkommen.

    Die Zeitung stützt sich auf Insider-Informationen von Huseyin Saricicek, der 2013 an den Ermittlungen in einem Korruptionsskandal beteiligt war, und rund 200 Geheimdokumente an die Staatsanwaltschaft lieferte. Saricicek will einen Streit zwischen zwei Gülen-Anhängern über den gescheiterten Mordanschlag auf den türkischen Präsidenten mitgehört haben: „Wie konnte es passieren, dass er die OP verpasst? Wer hat ihn gewarnt? Wie konnte er dem Tod entkommen?“, schrie einer der beiden Verschwörer seinem Komplizen ins Gesicht, wie die Zeitung berichtet. Erdogan hätte eine OP, bei der das Attentat verübt werden sollte, im letzten Moment abgesagt, schreibt „Yeni Safak“.

    Die türkische Polizei hat bei Antikorruptionsermittlungen im Dezember 2013 dutzende Geschäftsleute, Spitzenbeamte und ihre Familienangehörigen wegen des Verdachts auf Bestechlichkeit, Amtsmissbrauch und Betrug festgenommen.  

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    Eine Gruppe türkischer Militärs hatte in der Nacht zum 16. Juli einen Putsch versucht, der aber scheiterte. In Istanbul und Ankara kamen rund 300 Menschen ums Leben, etwa 2.000 wurden verletzt. Mehr als 100 Putschteilnehmer wurden von den Sicherheitskräften getötet. In den folgenden Tagen wurden mehr als 13.000 mutmaßliche Putschisten festgenommen, unter ihnen ranghohe Militärs, Richter und Staatsanwälte. Außerdem gab es Massenentlassungen.

    Gülen und dessen Anhängern wird unter anderem vorgeworfen, die Verfassungsordnung in der Republik ändern zu wollen, einen Mordanschlag auf Präsident Recep Tayyip Erdogan zu planen und den Generalstabschef der türkischen Armee entführen zu wollen. Gülen lehnt jegliche Anschuldigungen kategorisch ab.

    Der türkische Präsident hatte Ende Mai dieses Jahres die religiöse Bewegung Gülens zur terroristischen Gruppierung erklärt. Das Kabinett habe die Entscheidung gebilligt, die Anhänger des Geistlichen als „Gülenistische Terrorgruppe" einzustufen, hatte Erdogan früher mitgeteilt.

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    Tags:
    Fethullah Gülen, Recep Tayyip Erdogan, Türkei
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