17:13 19 Juli 2018
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    Nach der Vertreibung aus Libyen: Terroristen auf dem Weg nach Rom

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    Nachdem die libysche Hafenstadt Sirte von der Terrormiliz Daesh (auch „Islamischer Staat“, IS) befreit wurde, könnten die Terroristen nun als Migranten nach Europa eindringen, und zwar per See an die italienischen Südküsten. Das äußerte Giacomo Stucchi, der Chef des Parlamentarischen Komitees für die Sicherheit der Republik Italien (COPASIR).

    „Zuvor wäre es wenig, sogar kaum möglich gewesen, dass der Daesh seine Kämpfer in Schlauchbooten nach Europa schickt und das Leben von Menschen, in die Geld und Zeit investiert wurde, riskiert“, wird Stucchi von italienischen Medien zitiert.

    Derzeit herrsche beim IS „ein völliger Chaos“, und diejenigen, die sich nicht nach Süden aufmachen, könnten übers Meer nach Europa fliehen. Die Motive dafür sind Stucchi zufolge unterschiedlich: Entweder sie wollten aus dem Blickfeld des IS verschwinden und ihre Spuren verwischen oder die Terrortätigkeit weiterführen.

    Vor einigen Tagen tauchte an einer Mauer in Sirte eine Drohung im Namen der Terroristen auf, die die Vermutungen von Stucchi bekräftigt: „Sirte ist die Hafenstadt des Islamischen Staates, ein Ausgangspunkt auf dem Weg nach Rom“, hieß es da. Die Aufschrift wurde von libyschen Milizen fotografiert und auf ihrer Facebook-Seite publiziert.

    Laut Stucchi sollen die Drohungen „als Teil der Propaganda wahrgenommen werden, die der IS in den letzten Jahren besonders in Libyen betreibt“. Ihr Ziel sei der Westen im Allgemeinen, samt seinen Symbolen, die das so genannte Kalifat vernichten wolle.

    „Rom – die Wiege des Christentums – ist in das Visier der Terroristen geraten, wie jede andere Stadt der ‚Untreuen‘“, so Stucchi.

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    Tags:
    Ausgangspunkt, Anschrift, Boote, Terroristen, Meer, Terrormiliz Daesh, Giacomo Stucchi, Rom, Sirte, Italien, Libyen
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