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    „Better Call Jan“: Berliner Piraten-Chef wirbt mit Handynummer auf Wahlplakat

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    Piraten-Kandidat Jan Schrecker hofft darauf, dass die Stimmen für seine Partei bei der Berliner Wahl am 18. September für eine Fraktion reichen würden. Neben Friedrichshain-Kreuzberg ist Pankow, wo Schrecker kandidiert, eine Hochburg der Berliner Piraten: 2011 holten sie dort 10,5 Prozent. Diesmal könnte das schwierig werden, räumt Schrecker ein.

    In Pankow ist auf dem Wahlplakat der Piratenpartei Schreckers Konterfei und der Slogan „Better Call Jan“ zu sehen, der Saul Goodman, einer ehren schmierigen Figur aus der TV-Serie „Breaking Bad“ entliehen wurde. Darunter steht Schreckers Handynummer. Mittlerweile erreichen den Piratenpolitiker auch vier bis sechs Anrufe täglich.

    “Die Anrufe sind ganz unterschiedlicher Natur. Es sind auch immer wieder welche dabei, die einfach nur die Nummer testen wollten und sich wundern, dass überhaupt jemand abhebt“, so der Politiker im Gespräch mit Sputnik-Korrespondent Bolle Selke. „Es gibt aber natürlich auch Anrufer mit konkreten Fragen. Häufig kommt die Frage – „Wofür stehen die Piraten eigentlich?“ Denen erkläre ich dann, dass wir drei Säulen haben: Transparenz, Bürgerbeteiligung und Teilhabe."

    Parallelen zwischen sich und dem Anwalt aus der TV-Serie sieht Schrecker darin, dass auch er sich als Vertreter für Bürgerinnen und Bürger sieht, die Probleme mit den Behörden haben. Zugute kommt ihm dabei, dass er vor seiner Tätigkeit als Fraktionsvorsitzender der Piraten in Pankow  in einer Rechtsanwaltskanzlei für Sozialrecht gearbeitet habe.

    Wenn der Pirat auf die letzte Legislaturperiode zurückblickt, scheint sich das wiederholte Pochen auf mehr Transparenz durchaus gelohnt zu haben:

    "Wenn ich dann so in den verschieden Gremien in den Ausschüssen mit den unterschiedlichen Bezirksamtsmitgliedern und Amtsleitern sitze, dann fällt immer wieder von meinem Gegenüber der Kommentar, er müsse gleich überlegen, ob er oder sie die neuste Info schon auf der Webseite habe oder nicht."

    Es wirkt also schon alleine die Präsenz, um die Leute an mehr Transparenz zu erinnern. Trotzdem ist es noch ein weiter Weg, bis die Transparenz der Behörden Züge annimmt, die Jan Schrecker vorschweben:

    "Ich würde mir für die Zukunft wünschen, dass wir ein Internetportal haben, in dem ich eigentlich nur meine Straße, Hausnummer und Postleitzahl eingeben muss — und da sehe ich dann, welcher Bebauungsplan für meinen Bereich zuständig ist, welche verschiedenen mich betreffenden Verfahren gerade im Bezirksamt laufen, wann mein Gehweg repariert wird und so weiter."

    Die letzte INSA-Umfrage vom 11. August sieht die Piraten in Berlin bei drei Prozent. 2011 zogen Sie noch mit 8,9 Prozent ins Abgeordnetenhaus ein. Die schlechten Umfragewerte erklärt sich Schrecker auch mit einem der wichtigsten Programmpunkte der Piraten — Transparenz:  

    "Ich glaube, ein Grund warum wir da so abgesackt sind, ist halt auch  das Thema der Transparenz. Bei den Piraten sieht man natürlich sofort, was los ist, weil es sofort überall getwittert wird, es wird überall herausposaunt und es gibt keine Disziplin, irgendwas nach innen, oder geheim zu halten. Das unterscheidet uns natürlich von den anderen Parteien. Das hat Nachteile, aber auch Vorteile."

    Dass die AfD den Überraschungserfolg der Piraten dieses Jahr übertreffen könnte, wundert ihn allerdings: 

    "Für uns ist es sehr verwunderlich, dass die AfD überhaupt so weit kommt. Sie treten ja ohne irgendeinen Inhalt an. Sie treten mit Angstmachen an. Angst vor Überflutung durch Geflüchtete. Das sehe ich nicht. Ich glaube Angst ist ein sehr schlechter Ratgeber in der Politik."  

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    Tags:
    Piratenpartei, Partei Alternative für Deutschland (AfD), Jan Schrecker, Bolle Selke
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