02:50 06 August 2020
SNA Radio
    Politik
    Zum Kurzlink
    Herbst-Wahlen 2016 in Berlin und MeckPomm (63)
    2400
    Abonnieren

    Bei den Landtagswahlen am 4. September in Mecklenburg-Vorpommern kommt es zu einem Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen SPD, CDU, Linke und AfD, sagt Parteienforscher Dr. Hendrik Träger.

    „Die Umfragen ergeben jetzt, zweieinhalb Wochen vor der Wahl, noch kein einheitliches Bild“, sagte der Experte in einem Sputnik-Interview. Bei manchen Instituten lägen sieben Prozentpunkte zwischen den vier Parteien, bei anderen aber nur ganz wenige.

    Im Schweriner Schloss regiert momentan eine Große Koalition aus SPD und CDU. Bei der Landtagswahl 2011 kamen die beiden Parteien zusammen auf 58,6 Prozent, jetzt sind es je nach Umfrage bis zu zwölf Prozentpunkte weniger.

    Mehr zum Thema: Merkel verliert an Unterstützung – CDU und ihre Partner stehen vor schwerer Wahl

    „Das hat mehrere Gründe“, sagt Dr. Träger. „Zum einen sind natürlich nicht immer alle Menschen mit der Arbeit der regierenden Parteien zufrieden.“ Zum anderen sei es für CDU und SPD schwierig, weil sie auch auf Bundesebene regierten und dass immer auch auf das Land ausstrahle.

    Ein weiterer Grund ist die AfD. Die hat sich selbst zum Ziel gesetzt, stärkste Kraft im nordöstlichsten Bundesland zu werden. Dazu kann der Parteienforscher keine Prognose abgeben. Dafür weiß er, wer die AfD wählt. „Es sind etwas mehr Männer. Altersmäßig ist die Wählerschaft ein Querschnitt durch Deutschland.“ Und auch was die sozialen Schichten angeht, gibt es keine klare Tendenz. „Es wählen gut ausgebildete und weniger gut ausgebildete Menschen die AfD. Sie spricht mit ihrer Protesthaltung unterschiedliche Wähler aus unterschiedlichen Bereichen an“, erklärt Dr. Träger.

    Trotz der starken Umfragewerte für die AfD hat auch die NPD Chancen, erneut in den Schweriner Landtag einzuziehen.  „Derzeit liegt sie bei drei, vier Prozent, das heißt aber noch nichts“, bemerkt der Wissenschaftler. „Denn es gibt das Phänomen der „sozialen Erwünschtheit“.

    Mehr zum Thema: AfD spaltet sich in CDU und NPD: Bisschen Rassismus, bisschen mehr Rassismus

    Bei einer Telefonumfrage würde jemand, der entschieden hat NPD zu wählen, das dem Gegenüber nicht offen sagen wollen.“ Also könnte auch diese Partei über die Fünf-Prozent-Hürde klettern. Das werden wohl auch die Grünen schaffen, da ist sich Träger sehr sicher. Die Chancen der FDP seien dagegen geringer.

    Bei der neuen Regierungsbildung sind laut des Parteienforschers drei Szenarien möglich: 1. Die Große Koalition könnte bestehen bleiben.  2. Es gibt eine rot-rot-grüne Koalition aus SPD, Linke und den Grünen. 3. Es gibt eine Koalition aus CDU, SPD und Grünen, die sogenannte Kenia-Koalition.

    Das komplette Interview mit Dr. Hendrik Träger finden Sie hier:

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren
    Themen:
    Herbst-Wahlen 2016 in Berlin und MeckPomm (63)

    Zum Thema:

    „Toughe Leute, die es ernst meinen“: Ex-SPDlerin kandidiert in Kreuzberg für AfD
    Blankoscheck: Die neue politische Landschaft Deutschlands
    Berlins AfD-Chef: Merkel versagt, weil sie keine Lösungen hat
    AfD-Vizechef Gauland: „Die Leute gehören rausgeschafft“
    Tags:
    Partei Alternative für Deutschland (AfD), CDU, SPD, Hendrik Träger, Deutschland