05:06 27 November 2020
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    Russland ist darauf aus, die bilateralen Beziehungen mit der Türkei wiederherzustellen und auszubauen, äußerte der russische Präsident Wladimir Putin am Dienstag bei einem Treffen mit dem Staatschef Kasachstans, Nursultan Nasarbajew.

    „Wir bemühen uns aufrichtig darum, wieder vollumfassende Beziehungen zu der uns freundlich gesinnten Türkei aufzubauen, zu dem Land, mit dem sich im Laufe von vielen Jahren einzigartige Beziehungen der Partnerschaft und Zusammenarbeit entwickelt haben“, sagte Putin.

    Der jüngste Besuch des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan in Russland habe bekräftigt, dass beide Seiten an einer vollwertigen Arbeit bei der „Restauration“ und dem Ausbau der bilateralen Beziehungen interessiert seien, betonte der russische Staatschef.

    Am 9. August hatte in St. Petersburg das erste Treffen des russischen Präsidenten Wladimir Putin mit seinem türkischen Amtskollegen Recep Tayyip Erdogan nach der Krise in den bilateralen Beziehungen stattgefunden. Damit galt der Neustart im Verhältnis zwischen Moskau und Ankara nach dem Abschuss des russischen Bombers Su-24 im November 2015 als besiegelt.

    Putin und Erdogan erklärten ihre Absicht, die Zusammenarbeit in allen Bereichen wiederherzustellen. Wie die russische Seite besonders hervorhob, werden die gegen türkische Unternehmen gerichteten speziellen Wirtschaftseinschränkungen etappenweise aufgehoben und die Projekte Turkish Stream und AKW Akkuyu wiederbelebt. Die Charterflüge sollen wieder aufgenommen und die Visaprobleme zwischen beiden Ländern geklärt werden. Obwohl die Türkei Nato-Mitglied ist, zeigte sich Erdogan zu einer Zusammenarbeit mit Moskau in der Rüstungsindustrie bereit.

    Im November 2015 war ein russischer Bomber Su-24 von einem türkischen Kampfjet über Syrien abgeschossen worden. Russlands Präsident nannte dies damals „einen Stoß in den Rücken durch Helfershelfer der Terroristen“. Moskau verhängte danach mehrere Wirtschaftssanktionen gegen die Türkei.

    Ende Juni 2016 unternahm Erdogan den ersten Schritt zur Beilegung der Krise: In einem Brief an Putin entschuldigte sich der türkische Staatschef für die abgeschossene Su-24 und bekundete sein Mitgefühl zum Tod des russischen Piloten. Nach einem persönlichen Telefonat zwischen Putin und Erdogan teilte der russische Präsident seiner Regierung mit, dass die Normalisierung der Beziehungen zu Ankara in Handel und Wirtschaft eingeleitet wird.

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    Tags:
    Recep Tayyip Erdogan, Wladimir Putin, St. Petersburg, Ankara, Russland, Türkei