12:40 16 Dezember 2018
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    Russischer Tu-22M3-Langstreckenbomber fliegt Angriffe gegen Terroristen in Syrien vom iranischen Stützpunkt Hamadan aus

    Russische Bomber-Angriffe vom Iran aus: „Dies ändert völlig die Kräftekonstellation“

    © Foto : Russlands Verteidigungsministerium
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    Dass russische Tu-22M3- und Su-34-Bomber nun vom iranischen Stützpunkt Hamadan aus starten, um Dschihadisten in Syrien anzugreifen, beeinflusst laut Experten deutlich den Anti-Terror-Kampf und die geopolitische Situation in der Region.

    Dem russischen Militärexperten Viktor Litowkin zufolge hat die neue Allianz den Vorteil, dass die russischen Bomber nun nicht mehr von der südrussischen Stadt Mosdok aus starten müssen, um dann über das Kaspische Meer, den Iran und Irak zu fliegen. Die Distanz werde kürzer und man brauche daher auch keine zusätzlichen Tankflugzeuge einsetzen. „Doch die geopolitische Bedeutung dieser Entscheidung ist noch wichtiger. Der Iran wird offen zu einem Verbündeten Russlands im Kampf gegen die Terrorgruppe IS (auch Islamischer Staat, Daesh – Anm. d. Red.)“, so Litowkin gegenüber der Zeitung „Iswestija“.

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    Der russische Militärexperte Leonid Iwaschow weist hingegen darauf hin, dass Russland, der Iran, der Irak und Syrien bereits eine gemeinsame Anti-Terror-Koordinationszentrale in Bagdad haben: „Die Arbeit dieser Zentrale sowie die russischen Luftangriffe vom iranischen Stützpunkt Hamadan aus zeugen davon, dass eine neue militärpolitische Allianz zum Kampf gegen den Terrorismus in der Region entsteht“, schreibt Iwaschow in einem am Mittwoch veröffentlichten Kommentar für die „Iswestija“.

    Er erläutert: „Dies ändert völlig die Kräftekonstellation im Großraum Mittlerer Osten. Diese Region wird derzeit nicht mehr von den USA, der Türkei und Saudi-Arabien dominiert, sondern von Russland, dem Iran, Syrien und dem Irak. Auch der ziemlich einflussreiche Nahost-Staat Ägypten steht unseren Positionen nahe.“

    Die Entstehung dieser neuen Koalition sei außerdem ein positiver Faktor für die Region: „Denn die Vernichtung der radikal-islamistischen Ideologie-Träger im Kampfgebiet erhöht eigentlich die Sicherheit innerhalb zentralasiatischer und kaukasischer Staaten und Russlands selbst. Das gemeinsame Vorgehen Russlands, des Iran und Syriens untergräbt außerdem die Moral dieser Kämpfer, Terroristen und Söldner.“

    Diese neue Vorgehensweise bewege darüber hinaus die türkische Führung zu einer partiellen Umorientierung von West nach Ost und in Richtung Russland: „Wenn unsere Politik gegenüber Ankara vernünftig, standhaft und korrekt ist, was ich natürlich hoffe, wird sich bald auch die Türkei dieser Allianz anschließen, die nicht bloß auf Papier, sondern real gegen die Terroristen Krieg führt.“

    Das neue Konzept beunruhige allerdings die USA. Man müsse dabei jedoch beachten, dass deren Geheimdienste sowie auch das Außenministerium „automatisch“ betrieben werden. „Sie wurden von der gegenwärtigen US-Regierung vor die Aufgabe gestellt, sich Russland in allen Richtungen entgegenzusetzen. Sie werden das auch tun, denn für die CIA, die NSA und der Militärgeheimdienst, aber auch im Rahmen der Nato, wurde Geld für diese Zwecke bereitgestellt. Von diesem Geld wurden Pläne entworfen, die nun umgesetzt werden sollen. Deshalb muss man da realistisch sein: In den nächsten Monaten ist kein drastischer Wandel des außenpolitischen US-Kurses, auch Russland gegenüber, zu erwarten – die bisherigen Einstellungen werden weiter funktionieren“, prognostiziert Iwaschow.

    Nach Angaben von Litowkin könne ein Sieg über die Islamisten spätestens in den nächsten Monaten erreicht werden, wenn „die USA und Saudi-Arabien damit aufhörten, die Terroristen in Syrien in irgendeiner Weise zu unterstützen und sie in Freund und Feind zu teilen.“

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    Anti-Terror-Kampf, Su-34, Tu-22M3, Leonid Iwaschow, Viktor Litowkin, Russland, Syrien, Hamadan, Iran