03:02 20 Februar 2018
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    Ex-Sowjetbürger über ihr Leben vor und nach Zerfall der Sowjetunion - Umfrage

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    Politik
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    Meinungsforscher aus Russland, Frankreich und ehemaligen Sowjetrepubliken haben in einer Umfrage herausgefunden, dass die große Mehrheit der heute Über-35-Jährigen in neun von elf ehemaligen Sowjetrepubliken das Leben vor dem Zerfall der UdSSR als besser bewertet als das Leben danach.

    In Russland schätzen 64 Prozent der befragten Über-35-Jährigen die Lebensqualität in der Sowjetunion als höher als nach ihrem Zerfall ein – in der Ukraine sind es 60 Prozent. Die höchste Zustimmung zum „Sowjet-Leben“ stellten die Meinungsforscher in Armenien und Aserbaidschan fest: 71 bzw. 69 Prozent der Befragten gaben an, das Leben vor dem Zerfall der UdSSR sei besser gewesen. Allein die Einwohner Tadschikistans und Usbekistans bewerteten das Leben nach dem Zerfall der Sowjetunion als besser als davor: In Tadschikistan stimmen dem 55 Prozent zu, 39 Prozent waren dagegen; in Usbekistan stand es gar 91 gegen 4 Prozent.

    Dass das Leben nach dem Zerfall der Sowjetunion besser geworden sei, gaben tendenziell eher Umfrageteilnehmer aus der Gruppe jener an, die die Sowjetunion persönlich nicht mehr miterlebten: die Gruppe der heute 18- bis 24-Jährigen. 63 Prozent der befragten Jugendlichen unterstützen diesen Standpunkt. 

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    Ex-Sowjetbürger über ihr Leben vor und nach Zerfall der Sowjetunion
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    Ex-Sowjetbürger über ihr Leben vor und nach Zerfall der Sowjetunion

    In nahezu allen Ländern der ehemaligen Sowjetunion gaben die meisten Über-35-Jährigen an, in der UdSSR besser gelebt zu haben, als nach deren Zerfall. In Armenien stimmen dem 71 Prozent zu, 23 Prozent sind dagegen; in Aserbaidschan 69 bei 29 Prozent Gegenstimmen; in Russland 64 versus 28; in Kasachstan 61 versus 27; in der Ukraine 60 versus 23 Prozent; in Kirgisien 60 versus 30; in Weißrussland 53 versus 28; in Georgien 51 versus 46 Prozent.

    Diese Werte haben die Meinungsforschungsinstitute WZIOM, M-Vector, Ipsos, Expert Fikri и Qafqaz durch Umfragen in elf ehemaligen Sowjetrepubliken im Auftrag der Nachrichtenagentur Sputnik ermittelt. 

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    In Russland wurde die Umfrage von WZIOM, in Kirgisien und Tadschikistan von M-Vector, in den anderen ehemaligen Sowjetrepubliken von Ipsos, Expert Fikri und Qafgaz zwischen dem 4. Juli und 15. August dieses Jahres durchgeführt. Insgesamt haben 12645 Menschen an der Umfrage teilgenommen: Je 1000 in Armenien, Aserbaidschan, Weißrussland, Moldawien, Georgien, Kasachstan, Kirgisien und Tadschikistan; 1045 in Usbekistan; 2000 in der Ukraine und 1600 in Russland.

    Die Stichprobe repräsentiert die Bevölkerung des jeweiligen Landes nach Geschlecht, Alter und Geografie. Die Fehlerquote beträgt nicht mehr als 3,1 Prozent, das Vertrauensintervall beläuft sich auf 95 Prozent.

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    Tags:
    Kirgistan, WZIOM, Aserbaidschan, Tadschikistan, Armenien, UdSSR, Russland, Ukraine