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    Putin ist Obamas letzte Chance – The Times

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    Politik
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    US-Präsident Barack Obama kann am Ende seiner zweiten Amtszeit doch noch in die Geschichte eingehen, wie „The Times“ schreibt. Ein Friedensdeal mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin müsste dafür her.

    In den USA hat der noch amtierende Präsident Obama bekanntlich den Ruf einer lahmen Ente. Das Image einer „gerupften und tranchierten Ente“ wäre allerdings zutreffender, schreibt die britische Zeitung The Times. Denn der momentane Chef des Weißen Hauses fällt außenpolitisch nicht ins Gewicht.

    In den ersten Jahren seiner Präsidentschaft hatte Obama die Position vertreten, dass Passivität weniger destruktiv sei als Aktion. Deshalb habe er sich in Syrien nicht eingemischt und sich nicht tatkräftig mit Libyen beschäftigt. Obama wollte nach Kriegen beurteilt werden, die er nicht führte. Dadurch sei letzten Endes jedoch unklar, ob die größte Streitmacht der Welt überhaupt noch zum Kämpfen bereit sei.

    Dabei habe Obama sein Handeln stets darauf ausgerichtet, ein positives Image für die Geschichtsbücher zu erschaffen, so „The Times“. Doch: Die Öffnung Kubas sei von der fehlenden Bereitschaft der Castro-Brüder überschattet worden, die Macht zu teilen. Und der Iran unterstütze – trotz des Deals mit den USA – den syrischen Präsidenten Baschar Assad und öffne seine Luftwaffenstützpunkte für Russland. Die britische Zeitung hebt hervor: „Es ist für Obama an der Zeit, endlich aufzuwachen und das Ergebnis seiner Arbeit zu erkennen: Eine militärische Achse im Nahen Osten, die durch Verachtung gegenüber Washington zusammengehalten wird.“

    Obama sollte die letzten Monate seiner Präsidentschaft dazu nutzen, einen Deal mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zu machen: Washington lässt von der Ukraine ab und Russland beendet im Gegenzug seinen Flirt mit der Türkei, so der „Vorschlag“ der Times. Moskau sei überzeugt, so die Zeitung weiter, dass Washington mehr am Verbleib der Türkei in der Nato gelegen sei als an der Fortsetzung des Konflikts um die Krim. Die Europäer ihrerseits seien am Erhalt des Flüchtlingsdeals mit der Türkei mehr interessiert als an der Mitgliedschaft der Ukraine in der EU.

    Der Kreml dürfte demnach angesichts des möglichen Wahlsiegs Hillary Clintons bei den bevorstehenden Präsidentschaftswahlen in den USA an einem solchen Deal durchaus interessiert sein, heißt es in dem Artikel. Und selbst wenn Obama sich einen solchen Handel nicht gerade wünscht, könne er damit immerhin doch noch in die Geschichtsbücher eingehen – ähnlich wie der frühere US-Präsident Ronald Reagan, der einst selbst als „lahme Ente“ die Grundlagen für das Ende des Kalten Krieges gelegt habe.

    Zuvor hatte Obama erklärt, dass die Vereinigten Staaten zu einer Zusammenarbeit mit Russland bei der Regulierung des Syrien-Konflikts bereit seien. Voraussetzung dafür sei jedoch, dass Moskau seine Loyalität in dieser Sache demonstriere.

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    Tags:
    Flüchtlingsdeal, Geschichte, NATO, Hillary Clinton, Barack Obama, Wladimir Putin, Iran, Türkei, Kuba, Libyen, Syrien, Russland, USA