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    Vor Verlegung von Atomwaffen: Washington sondiert öffentliche Meinung – Experte

    © Foto: U.S. Air Force/Desiree Esposito
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    Die Medienberichte über eine mögliche Verlegung von US-Kernwaffen aus der Türkei nach Rumänien sind nichts anderes als die Prüfung der öffentlichen Meinung vor der entsprechenden Beschlussfassung, sagte der frühere Chef der Verwaltung für internationale Aufträge des russischen Verteidigungsministeriums, Jewgeni Buschinski, am Donnerstag.

    „Die Verlegung von Kernwaffen ist eine sehr schwierige Frage sowohl vom politischen als auch vom technischen und militärischen Standpunkt aus. Das ist viel komplizierter als nur Munition zu verladen und an einen neuen Ort zu bringen. Erforderlich sind die entsprechende Infrastruktur und spezielle Lager in Rumänien – dies alles ist sehr teuer. Soweit ich weiß, sind solche Ausgaben im Pentagon-Haushalt für das kommende Jahr nicht vorgesehen. Dies alles scheint eine Prüfung der öffentlichen Meinung zu sein“, so Buschinki. 

    Sollten die Medienberichte über die Verlegung der Kernwaffen jedoch bestätigt werden, würde dies beweisen, dass die Beziehungen zwischen den USA und der Türkei einen endgültigen Niedergang erleben.

    „Zurzeit befindet sich der Luftwaffenstützpunkt Incirlik, wo US-Kernwaffen stationiert sind, unter besonderer Kontrolle der Türken, weil die Meuterer gerade von dort aus agierten. Von dort aus starteten Kampfjets, sie wurden auch dort getankt. Von dorther erteilte einer der Kommandeure der Putschisten seine Befehle“, unterstrich der Experte. 

    Zuvor hatte das in Brüssel beheimatete Internet-Portal EurActiv berichtet, die USA hätten den Abzug ihres Kernwaffenarsenals aus der Türkei und dessen Verlegung auf den Stützpunkt Deveselu in Rumänien eingeleitet.

    Das rumänische Außenministerium wies die Meldung über eine mögliche Verlegung amerikanischer Atomwaffen aus der Türkei auf das Territorium des Landes entschieden zurück.

    Laut EurActiv sollen sich in den letzten Jahrzehnten in der Türkei etwa 50 taktische US-Atomwaffen angesammelt haben. All diese Waffen würden sich auf dem Luftwaffenstützpunkt Incirlik, etwa 100 Kilometer von der Grenze zu Syrien entfernt, befinden, heißt es. 

    Präsident Erdogan hatte diese Basis als Ausgangspunkt des versuchten Staatsstreiches bezeichnet. Auf Anordnung der türkischen Führung waren dort nach dem gescheiterten Putschversuch am 16. Juli auch US-Militärangehörige eine Zeitlang blockiert gewesen, und der Militärflugplatz war samt seiner Infrastruktur von der Stromversorgung abgeschnitten. Diese Blockade sei dann zwar wieder aufgehoben worden, aber es sei eben „ein bitterer Nachgeschmack“ zurückgeblieben, so EurActiv.

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    Tags:
    Putschversuch, Verlegung, Atomwaffen, EurActiv, Jewgeni Buschinski, Recep Tayyip Erdogan, Rumänien, Türkei, USA