18:55 20 Februar 2020
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    Die immergleichen erfolglosen Versuche des US-Außenministers John Kerry bei der Lösung des Syrien-Konflikts grenzen an Wahnsinn, schreibt Bloomberg-Kolumnist Eli Lake. Der Journalist bietet dem Außenminister einen anderen Plan.

    Mit diesem Konzept und etwas Glück könne man einen Keil zwischen Russland und den Iran treiben, schreibt Lake. Dieser Wahnsinns-Plan sei dabei nicht verrückter als Kerrys Versuche, Frieden in Syrien zu erzielen, heißt es in dem Bloomberg-Artikel.

    John Kerry habe binnen eines Jahres massenweise Anstrengungen unternommen, um Russland dazu zu bewegen, an der Beendigung des Krieges in Syrien mitzuhelfen. Dabei habe der Chef des State Departements keinerlei wesentliche Fortschritte erzielt.

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    „Die Stationierung russischer Bomber im Iran ist ein erneuter Beweis dafür“, schreibt Lake. Dieser Schritt sei eine Demütigung Kerrys – und zwar nicht die erste. Zuvor habe Russland Stützpunkte in Syrien eingerichtet, Aufständische bombardiert, mit denen die USA zusammenarbeiten, und gar ein Lager zerstört, welches die Sonderkommandos Großbritanniens und der USA genutzt hätten.

    Doch die Luftschläge vom iranischen Territorium aus hätten Kerry besonders tangiert: Vor gerademal einem Jahr zitierte der US-Außenminister in einem Interview seinen iranischen Amtskollegen Dschawad Sarif ein. Dieser soll erklärt haben, dass er keine Vollmachten habe, mit Kerry zusammenzuarbeiten und regionale Probleme zu erörtern. Jetzt jedoch arbeite Teheran eifrig mit Russland an der Lösung regionaler Probleme.

    Das aber werde den US-amerikanischen Chef-Diplomaten nicht vom erneuten Versuch, einen Syrien-Deal mit Russland zu schließen, abhalten. Kerrys Verhalten erfülle inzwischen die Kriterien des Wahnsinns „Er unternimmt immer wieder die gleichen Schritte in Erwartung unterschiedlicher Ergebnisse.“ Doch habe er jetzt vielleicht die Möglichkeit, den Interessen der USA zur Geltung zu verhelfen, schreibt Lake. Die Stationierung russischer Flugzeuge im Iran könne dazu genutzt werden, das Bündnis Moskaus und Teherans zu zerschlagen und die beiden Mächte gegeneinander aufzuhetzen: Nach der Revolution von 1979 verbiete die Verfassung des Irans ausländischen Streitkräften, auf iranischem Territorium zu operieren.

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    „Die iranische Regierung muss diese Situation so darstellen, dass sie nicht danach aussieht, als ob das Land ausländisches Militär auf das eigene Territorium einlade“, schreibt Lane. Kerry müsse in einer Rede vor der Uno-Generalversammlung dem Iran dazu gratulieren, „dass er seine maßlose Angst vor dem Imperialismus überwunden und den Wert militärischer Großzügigkeit, die einer Großmacht würdig ist, erkannt hat“, rät der Bloomberg-Kolumnist.

    Zudem müsse das US State Departement Materialien über die erniedrigenden Verträge zwischen Persien und dem Russischen Reich im 19. Jahrhundert in persischer Sprache veröffentlichen – begleitet von geleakten Informationen über diplomatische Verhandlungen zwischen Russland und den USA. „Die US-Diplomaten müssen die Iraner davon überzeugen, dass Moskau jederzeit einen eigenen Deal mit Washington abschließen kann“, so Lanes Verschlag.

    Dafür müsse Kerry nicht mal seine Position aufgeben. Er könne weiterhin versuchen, mit Russland einen Syrien-Deal zu schließen, auch wenn dies aussichtslos erscheine. „Doch mit nur etwas Glück kann dieser Schachzug das entstehende Bündnis zwischen Russland und dem Iran zerschlagen, was zudem möglicherweise Diskrepanzen innerhalb des iranischen Regimes hervorruft“, schreibt der Journalist. „Diese Idee ist verrückt, aber nicht verrückter als Kerrys momentaner Plan zur Beendigung des Syrien-Krieges“, betont der Bloomberg-Experte.

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    Tags:
    Eli Lake, John Kerry, Syrien, USA, Russland, Iran