18:54 11 August 2020
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    Europäische Politiker, die unter den Einfluss von Populisten geraten sind, sind außerstande, die mit der Türkei geschlossenen Vereinbarungen in vollem Umfang zu erfüllen, sagte der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu am Donnerstag im Gespräch mit Sputnik Türkiye.

    „Sie (die europäischen Parteien – Anm. d. Red.) weisen die Tendenz zur Annäherung an radikale nationalistische Bewegungen auf, um sich deren Unterstützung zu sichern und die verlorenen Wählerstimmen zurückzubekommen“, sagte Cavusoglu.

    Diese Parteien seien deshalb außerstande, alle Bedingungen des Abkommens mit der Türkei zu erfüllen und ihre Versprechen einzuhalten: „Sie sind gezwungen, sich an dieser populistischen Politik zu beteiligen und sich ihrem Einfluss auszusetzen.“

    Im Dialog mit der EU bestehe Ankara darauf, dass alle Bedingungen des Deals umgesetzt werden. Man dürfe nicht die einen oder die anderen Punkte des Vertrags nach Belieben einhalten oder ablehnen. Für diese Haltung werde Ankara jedoch der Erpressung bezichtigt.

    „Man muss entweder alles oder gar nichts erfüllen. Als Reaktion auf diese Position wirft man uns Erpressung und Einschüchterung vor. Nein, wir drohen niemandem, doch warum wurden diese Vereinbarungen denn getroffen? Damit sie umgesetzt werden. Warum haben wir sie denn sonst unterschrieben?“, fragt der türkische Chefdiplomat.

    Cavusoglu zu Islamophobie und Türkophobie in Europa

    Der türkische Außenminister bemängelte zudem die stärker gewordene Islamophobie und Türkophobie in Europa: „Leider ist in Europa eine Zunahme fremdenfeindlicher Stimmungen sowie von Islamophobie, Türkophobie und Hass gegen alle, die sich vom Durchschnitt unterscheiden, zu beobachten.“ Fremdenfeindlichkeit und eine Vielzahl anderer negativer Faktoren hätten dem Populismus in Europa Auftrieb gegeben.

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    Tags:
    Politiker, Fremdenfeindlichkeit, Islamophobie, Einhaltung, Vereinbarungen, Deal, Mevlüt Cavusoglu, Ankara, Türkei, Europa