10:44 26 April 2019
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    Cavusoglu im Sputnik-Gespräch: Der Westen kann Putin nicht einschüchtern

    © Sputnik / Wladimir Astapkovitsch
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    Russland und die Türkei werden als Länder der „zweiten Sorte“ empfunden, weil sie sich von den westlichen Staaten nicht einschüchtern und gängeln lassen, sagte der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu in einem Sputnik-Interview. Eine solche Herangehensweise sei aber unvernünftig und nicht resultativ.

    Laut Cavusoglu ist der Westen unzufrieden, dass Staatsführer wie Wladimir Putin und Recep Tayyip Erdoğan sich nicht einschüchtern und gängeln lassen und eigene Interessen verfolgen: „Putin sagt ihnen (den westlichen Ländern – Anm. d. Red.) die Wahrheit ins Gesicht, die Wahrheit über ihre Irrtümer und Fehltritte. Ihrerseits halten sie Russland und die Türkei für Länder der zweiten Sorte. Und sie ärgern sich, wenn diese ‚zweitklassigen Staaten’ es wagen, Kritik gegen sie zu richten.“

    Zu einem solcher Irrtümer — der Krise in der Ukraine — sei es aus Sicht des türkischen Außenministers Mevlüt Cavusoglu in vieler Hinsicht wegen der destruktiven Position des Westens gekommen:  „Schauen Sie, was mit der Ukraine passiert ist. Sie haben das Land stets bedroht und gezwungen, zwischen ihnen (dem Westen – Anm. d. Red.) und Russland zu wählen. Sie sagten, ‘du wirst entweder mit uns sein oder mit Russland’. Diese Herangehensweise taugt nichts. Was heute in der Ukraine passiert, ist die Widerspiegelung des Hauptproblems in der Region“.

    Noch vor zwei Jahren habe der türkische Politiker gewarnt, „sollte es so weitergehen, wird es in der Ukraine zu einer Situation kommen, zu der es nun gekommen ist“.

    „Leider ist es aber so weit gekommen. Der Westen muss seine Herangehensweise, seine Taktik ändern, er muss auf die Politik der Schirmherrschaft verzichten. Das ist ein totes Gleis“, so der türkische Außenminister weiter.

    Eine solche Herangehensweise an das „Große Russland“ sei unvernünftig und unrealistisch. „Mit den Versuchen, Russland zu erschrecken, einzuschüchtern, zu demütigen und dessen Verdienst herabzuwürdigen werdet ihr nichts erreichen. Dasselbe gilt auch für die Türkei“, betont er.

    Der Westen sei mit der Offenheit und der Ausdauer von Putin und Erdogan kollidiert und empfindet deshalb eine „große Besorgnis und Befürchtungen“. „Sie müssen aber endlich begreifen, dass sie diese Besorgnis empfinden werden, solange sie ihre Haltung nicht ändern“, so der türkische Chefdiplomat.

    Die Türkei sei der „zuverlässigste Freund“ Russlands in der Region, da Moskau und Ankara bereit seien, „alle Fragen“ offen und objektiv zu besprechen.

    „In der Zukunft könnte es natürlich Meinungsverschiedenheiten geben, aber unser Hauptziel ist es, unsere bilaterale Zusammenarbeit auf ein noch höheres Niveau als zuvor zu bringen“, fügte er hinzu.

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    Tags:
    EU, Mevlut Cavusoglu, Recep Tayyip Erdogan, Mevlüt Cavusoglu, Wladimir Putin, Westen, Europa, Türkei, Russland, Ukraine