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    Situation in Syrien (2016) (851)
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    Russland tut sein Bestes, damit Syrien nicht in die Hände von radikalen Islamisten gerät, sagte der französische Kolumnist und Experte im Bereich Geopolitik, Renaud Girard, in einem Interview mit dem Magazin „Revue des Deux Mondes“.

    „Die russische Militäroperation hat die Salafisten und Al-Qaida-Kämpfer daran gehindert, Damaskus zu erobern", sagte der Franzose, der eine Reihe von Büchern über die Probleme des Nahen Ostens, Pakistans und Afghanistans geschrieben hat. „Andernfalls hätten die Terroristen rund um die syrische Hauptstadt ihren eigenen Staat gebildet, die Religionsfreiheit in Syrien vernichtet, einen Völkermord an den Alawiten entfaltet und Christen getötet beziehungsweise vertrieben."

    Er begrüße die Militäroperation der Russen, die sie zudem schnell eingestellt hätten, als das Hauptziel erreicht worden sei, und zwar die Niederlage von Damaskus abgewendet wurde. Er schätze also die Aktivitäten Russlands in Syrien „sehr positiv" ein, resümierte Girard.

    Man könne heutzutage im Nahen Osten ohne Russland nicht auskommen, so Girard. „Russland unterhält Bündnisbeziehungen zum Iran, Irak, Syrien und Ägypten und versteht es, einen Dialog mit der Hisbollah-Bewegung zu führen. Es hat ausgezeichnete Beziehungen zu Palästina sowie zu Jordanien und Israel. Man respektiert es in Saudi-Arabien", sagte er.

    Was den Friedensprozess in Syrien anbetrifft, so könne der Frieden dort ohne einen Dialog mit der syrischen Staatsmacht, und in erster Linie mit Präsident Baschar al-Assad, nicht gewährleistet werden, betonte Girard. „2011 nahmen viele an, er sollte schnell die Szene verlassen, wie es der ehemalige libysche Staatschef Muammar al-Gaddafi getan hatte. Allerdings bleibt Assad auch fünf Jahre später an der Macht. Noch im vergangenen Jahr schien seine Niederlage angesichts der wirtschaftlichen Blockade und der Reduzierung der Armee eine Frage der Zeit zu sein, die russische Militäroperation veränderte die Situation aber zu seinen Gunsten."

    Der Fehler des Westens bestehe darin, die Assads Gegner als „Anhänger der Freiheit" dargestellt zu haben, während es um „radikale Islamisten" ging, die „unseren eigenen Interessen und Werten feindlich" gegenüberstehen. In der Tat aber verkörpere der syrische Anführer den Staat, er verfüge über Verbündete im Ausland und ein ernsthaftes Militärpotential.

    Der syrische Präsident genieße heutzutage die Unterstützung eines beachtlichen Teils der Bevölkerung, er werde nicht nur von den Alawiten, sondern auch von einem Teil der sunnitischen Bevölkerung unterstützt. „Sollten morgen freie Wahlen abgehalten werden, würde Baschar al-Assad mindestens 50 Prozent der Stimmen bekommen", ist sich Girard sicher.

    US-Präsident Barack Obama, dessen Amtszeit im Januar 2017 ausläuft, habe im Gegenteil „die allerwenigsten Fortschritte mit seiner Politik im Nahen Osten gemacht", betonte der Kolumnist. „In Syrien war Obama nicht imstande, die Krise beizulegen; Putin war ihm vollständig überlegen, indem er die Hauptposition bei der Lösung dieses Problems einnahm".

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    Militäroperation, Islamisten, Al-Qaida, Barack Obama, Wladimir Putin, Renaud Girard, Nahosten, USA, Russland, Syrien