06:01 04 Dezember 2020
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    Die USA werden demnächst wieder Waffen an die Ukraine liefern, wie US-Botschafter in Kiew Geoffrey Pyatt in einem Interview gegenüber dem ukrainischen „Radio Swoboda“ sagte.

    „Die USA haben der Ukraine eine  Militärhilfe im Gesamtwert von 600 Millionen US-Dollar für die Gewährleistung der Sicherheit bereitgestellt. Ich bin sehr stolz darauf, was wir vereinbart haben – sowohl unsere Militärübungen in Jaworow (auf ukrainischem Militärgelände — Anm. d. R.) als auch moderne Waffen, mehr als 1000 Nachsichtgeräte. Die neuen Lieferungen erfolgen in den kommenden Tagen. Dank dieser Hilfe konnten schon mehrere ukrainische Soldaten gerettet werden“, so der Diplomat.

    Die bereits von Washington an Kiew gelieferten Verteidigungssysteme hätten schon jetzt eine wichtige Rolle bei der Lösung des Ukraine-Konfliktes gespielt. 

    Zuvor hatte der frühere ukrainische Premier Arsenij Jazenjuk auf der Lieferung von „Nato-Defensivwaffen“ beharrt. Offiziell liefert Washington bisher keine tödlichen Waffen an Kiew, sondern nur Uniformen und Ausrüstung. Außerdem schulen die US-Trainer ukrainische Soldaten. Wie der ukrainische Botschafter in den USA, Waleri Tschalij, jedoch zuvor gesagt hatte, könnte Washington den Waffenlieferungen an die Ukraine nach den bevorstehenden Präsidentenwahlen grünes Licht geben.

    Präsident Petro Poroschenko inspiziert seine Armee
    © Foto : Ukrainian Presidential Press Service / Mikhail Palinchak
    Moskau hat schon mehrmals vor Waffenlieferungen in die Ukraine gewarnt, weil das die Lage in Donbass nur noch verschärfen könnte. Auch die Mehrheit der EU-Länder sprach sich dagegen aus. Der Chef des Nato-Militärkomitees Petr Pavel sagte, er sehe keine Notwendigkeit in Waffenlieferungen, weil dies „nur das Leiden der Menschen vergrößern würde“.

    Die ukrainischen Behörden hatten im April 2014 eine militärische Operation gegen die selbsterklärten Volksrepubliken Donezk und Lugansk begonnen, die ihre Unabhängigkeit erklärt hatten.  Der Anlass dafür war der nationalistisch geprägte Umsturz in Kiew, bei dem Präsident Viktor Janukowitsch entmachtet wurde. Laut den Vereinten Nationen sind bei dem bewaffneten Konflikt in der Ostukraine mehr als 9.400 Menschen ums Leben gekommen.

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    Tags:
    Militärhilfe, Uno, NATO, Radio Swoboda, Arsenij Jazenjuk, Geoffrey Pyatt, Waleri Tschalij, Viktor Janukowitsch, Lugansk, Donezk, USA, Ukraine, Russland