12:16 05 Dezember 2020
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    Regelung der Syrien-Krise (2016) (515)
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    Der türkische Vize-Premier und Sprecher der Regierung, Numan Kurtulmuş, hat erstmals die „ineffiziente“ Politik seines Landes in der Syrien-Krise kritisiert, berichtet die Zeitung „Hürriyet Daily News“ am Freitag.

    Die Politik Ankaras in der syrischen Frage sei heutzutage eine „Quelle vieler Leiden für die Türkei", sagte Kurtulmuş am Mittwoch bei einem Treffen mit Journalisten, Wissenschaftlern und Leitern von Denkfabriken, das der öffentlichen Politik der Türkei nach dem gescheiterten Putschversuch gewidmet war.

    „Kein Land, uns eingeschlossen, konnte eine wirksame Politik zur Lösung des syrischen Problems entwickeln. Ich habe davon im Laufe mehrerer Jahre gesprochen. Ich wünschte, es sei früher eine wirksame Perspektive zur Friedensregelung entwickelt worden. Ich hoffe, dass eine Lösung gefunden wird, die das syrische Volk annehmen kann und die nicht von außen aufgezwungen wird. Gerade ein solcher Prozess läuft momentan, und von diesem Gesichtspunkt aus sind die Beziehungen mit Russland sehr wichtig", so Kurtulmuş.

    Als Kurtulmuş die Beziehungen von Baschar al-Asad zu Russland ansprach, äußerte er, er zweifle daran, dass Russland „seine Politik an eine einzige Person binden" werde.

    Der Zeitung zufolge sind die Aussagen des Vize-Premiers die bislang kühnste Selbstkritik an der türkischen Syrien-Politik, die von dem ranghöchsten Politiker in der türkischen Regierung ausgeht.

    Nach UN-Angaben sind bei dem seit März 2011 andauernden Militärkonflikt in Syrien mehr als 220.000 Menschen ums Leben gekommen. Den Regierungstruppen widersetzen sich Kämpfer verschiedener Milizen, unter denen die Terrormiliz Daesh (auch „Islamischer Staat, IS) und „Dschabhat al-Nusra" (die in „Dschabhat Fateh al-Scham" umbenannt wurde) am aktivsten sind.

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    Tags:
    Kritik, Politik, Frieden, Terrormiliz Daesh, Dschabhat al-Nusra, Numan Kurtulmuş, Baschar al-Assad, Türkei, Syrien, Russland