23:33 27 September 2020
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    Das türkische Parlament hat das Versöhnungsabkommen mit Israel ratifiziert, das die Entschädigung der Familien der bei der Attacke gegen die Gaza-Hilfsflottille getöteten türkischen Bürger vorsieht, wie die „Haaretz“ schreibt.

    Laut der Zeitung haben die türkischen Abgeordneten für die Ratifizierung des Abkommens gestimmt, das den Weg zur vollständigen Wiederaufnahme der 2010 abgebrochenen diplomatischen Beziehungen und zum Botschafteraustauch freilegt.

    Das Abkommen sieht die Auszahlung von 20 Millionen US-Dollar Entschädigungsgeld an die Betroffenen vor. Laut dem Dokument werden israelische Bürger nicht zur strafrechtlich bzw. materiellen Verantwortung gezogen.

    Die Wiederehrstellung der diplomatischen Beziehungen zwischen den beiden Ländern war am 27. Juni vom türkischen Premier Binali Yildirim in Ankara und vom israelischen Regierungschef Benjamin Netanyahu in Rom angekündigt worden.

    Netanyahu hatte sich damals einverstanden erklärt, dass die Türkei humanitäre Hilfsgüter in palästinensische Gebiete liefert und dort Infrastrukturprojekte umsetzt. Der israelische Premier sagte außerdem, dass die Lieferungen in den Gazastreifen nur durch israelische Häfen erfolgen sollen, weil die „maritime Schutzblockade“ erhalten bleibe.

    Laut Yildirim ist für seine Regierung die Normalisierung der politischen und diplomatischen Beziehungen mit Israel vorrangig. So würden die beiden Länder beabsichtigen, Botschafter auszutauschen, so Yildirim.

    Die Türkei war mit Israel in Konflikt geraten, als die israelische Marine am 31. Mai 2010 sechs mit Hilfsgütern für den Gazastreifen beladene Schiffe geentert hatte. Dabei waren neun Türken ums Leben gekommen. Der Zwischenfall führte zum Abbruch der diplomatischen Beziehungen.

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    Abkommen, Binali Yildirim, Benjamin Netanjahu, Jerusalem, Türkei, Israel