19:22 02 April 2020
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    Vertreter der US-Administration reisen am kommenden Montag in die Türkei, um eine mögliche Auslieferung des oppositionellen Predigers Fethullah Gülen zu besprechen, berichtet die türkische Zeitung „Hurriyet“ am Sonntag.

    Drei Vertreter des US-Justizministeriums sollen demnach am 23. und 24. August Verhandlungen mit den türkischen Behörden führen. Um eine Überstellung des Imams zu erwirken, müsse die türkische Seite Beweise für seine Verwicklung in dem Putschversuch vom Juli vorlegen.

    Das türkische Justizministerium soll bereits alle nötigen Dokumente für den Besuch der amerikanischen Kollegen vorbereitet haben. Es werde erwartet, dass Ankara einen offiziellen Antrag zur Auslieferung des oppositionellen Predigers stellen wird.

    Die türkische Regierung macht den oppositionellen Prediger Gülen offiziell für den gescheiterten Putschversuch in der Nacht auf den 16. Juli verantwortlich. Gülen wies die Vorwürfe jedoch zurück und äußerte zudem die Vermutung, dass der Staatsstreich von Präsident Recep Tayyip Erdogan selbst inszeniert worden sein könnte.

    In der Nacht auf den 16. Juli hatte ein kleiner Teil des türkischen Militärs einen Putschversuch unternommen. Gegen 23 Uhr MESZ erklärten die Putschisten, sie hätten die Macht im Lande übernommen.

    Zeitweise hatten die Putschisten mehrere zentrale Militär- und Polizeistellen sowie den Istanbuler Atatürk-Flughafen unter ihre Kontrolle gebracht. Am Morgen schienen die regierungstreuen Kräfte jedoch die Oberhand gewonnen zu haben: Die meuternden Militärs begannen sich zu ergeben, mehr als 100 Putschisten wurden getötet. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan erklärte daraufhin den Putschversuch für gescheitert.

    Bei dem Umsturzversuch kamen fast 300 Menschen ums Leben, mehr als 1.500 wurden verletzt. Mehr als 6.000 mutmaßliche Putschisten wurden festgenommen, unter ihnen auch ranghohe Militärs.

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    Tags:
    Putschversuch, Auslieferung, Fethullah Gülen, Recep Tayyip Erdogan, Türkei, USA