03:23 26 Februar 2020
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    Die heutige Lage in Anti-Doping-Prozessen hat aus Sicht des russischen Ministerpräsidenten Dmitri Medwedew viel mehr mit Politik als mit Sport zu tun.

    „In einigen Ländern wird Doping sehr schnell gefunden, in anderen dagegen – nie; in einigen Länder existieren ‚ein staatliches System der Doping-Begünstigung‘ und ‚böse Sportler‘, während in anderen alles perfekt ist“, schrieb Medwedew auf Facebook.

    „Das sind voll und ganz Doppelstandards, aber auch große Politik. Das sind Spielzeuge für große Länder und mächtige Menschen, doch was haben damit der Sport, die Athleten und die Fans zu tun?“, so der Premier weiter.

    Medwedew zufolge sind die internationalen Sportverbände sehr beeindruckt vom Fall der FIFA und erschreckt von der grenzübergreifenden US-Gerichtsbarkeit. Die Doping-Ermittlungen gegen russische Athleten seien nichts anderes als der Ausdruck von Anti-Russland-Politik.

    „Die Geschichte mit der Ermittlung zum russischen Doping ist ein dicker widerlicher Cocktail aus 80 Prozent Politik und 20 Prozent Doping“, schrieb Medwedew. Diese Politik sei gegen den russischen Sport, russische Sportler und Russland als Staat generell gerichtet.

    Der Internationale Sportgerichtshof CAS hatte zuvor am Dienstag entschieden, dass die russische Auswahl von den Paralympics in Rio de Janeiro ausgeschlossen bleibt. Damit lehnte das in Lausanne ansässige Gremium die russische Klage gegen den früheren Beschluss des Internationalen Paralympischen Komitee (IPC) ab.

    Dabei äußerte der russische Premier die Zuversicht, dass eine staatlich gelenkte Unterstützung von systematischem Doping in der aktuellen Welt unmöglich sei. Doping werde in allen Ländern und allen Sportarten angewendet.

    „Im Endeffekt ist die Anwendung von Doping die Wahl eines jeden Athleten, eines jeden Arztes, eines jeden Trainers, und nicht die des Verbandes, eines staatlichen Organs oder anderer Personen. Das berüchtigte staatliche Doping-System? Heute ist das generell unmöglich. Zumindest in der offenen modernen Welt“, so Medwedew weiter.

    Das System der Einordnung von Medikamenten für Sportler als Doping und das System der Disqualifizierung von Athleten muss dem Premier zufolge transparent und gleich für alle sein. „Jetzt beobachten wir etwas ganz anderes. Und das ist traurig für den Sport“, schloss Medwedew.

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    Tags:
    Ermittlungen, Politik, Sport, Dopingskandal, Paralympics 2016, Dmitri Medwedew, Russland