19:36 10 Dezember 2019
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    Russian Aerospace Defense Forces' Su-30SM fighter escorts a Tu-160 bomber which fired cruise missiles at Daesh targets in Syria. Still from video published by the Russian Defense Ministry.

    Obamas Prognose über Russland im syrischen Sumpf hat ihr Ziel verfehlt – US-Zeitung

    © Foto : Russian Ministry Defence
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    US-Präsident Barak Obama hat vor einem Jahr prophezeit, Russland werde im syrischen Sumpf versinken, nachdem Präsident Wladimir Putin Truppen nach Syrien geschickt hatte. Stattdessen hat sich Russland in Nahost neu etabliert, schreibt Christian Science Monitor (CSM).

    Nachdem Moskau Präsident Baschar al-Assad im syrischen Konflikt militärische Unterstützung geleistet hatte, verbreitete sich sein Einfluss auch auf andere Länder der Region: auf den Iran, die Türkei und sogar auf Saudi Arabien und Israel, teilt das Portal mit.

    CSM verweist darauf, dass Teheran Russland den Luftstützpunkt Nojeh in Hamadan zur Verfügung stellte. Später nahm der Iran seine Bewilligung zwar zurück, aber zum ersten Mal durften ausländische Streitkräfte iranischen Boden für ihre Militärzwecke nutzen. (Aktuellen Angaben zufolge wurden die Flüge russischer Kampfjets vom iranischen Militärflughafen Hamadan aus nicht eingestellt).

    Auch die Türkei bemüht sich, die Beziehungen zu Russland neu aufzubauen: Der türkische Präsident traf sich mit Wladimir Putin und der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu sagte in einem Interview für Sputnik, ohne Russland könne es keine endgültige Lösung des Konfliktes in Syrien geben, so CSM.

    „Alle verstehen, dass sich die Situation im Nahen Osten erheblich verändert hat und dass die Russen wieder ein bedeutender Mitspieler geworden sind, der berücksichtigt werden muss“, zitiert CSM den amerikanischen Russland-Experten am Naval War College, Nicolas Gvosdev. „Putin hatte die Rückkehr Russlands auf die Bühne regionaler Angelegenheiten angestrebt, und vorerst gelingt ihm das“, so der Experte.

    Russland sei es gelungen, seinen Einfluss im Nahost teilweise wiederherzustellen, weil es sich eingeschränkte Ziele gesetzt hatte, im Unterschied zu den USA im Irak und in Afghanistan. Die Interventionen der USA in den Irak und in Afghanistan ließen das Land wegen seiner Ambitionen im Sumpf versinken. Russland hat in Syrien einfachere Ziele und gewinnt deshalb an Einfluss in der Region, so das Medium.

    „Die Botschaft ist die Folgende: Wenn Sie eingeschränkte Ziele setzen und diese erreichen, dann ist das ein Sieg. Wenn Sie aber große Ziele haben und dabei offenlegen, wie Sie sie erreichen wollen, dann werden die Menschen sagen, dass Sie gescheitert sind, wenn Sie diese Ziele doch nicht erreichen“, zitiert CSM Gvosdev weiter.

    Dabei habe Russland weitreichende Pläne: Sein verstärkter Einfluss in der Region werde Russland helfen, Energielieferungen nach Europa über die Türkei und nach Indien und Südostasien über den Iran zu ermöglichen.

    Außerdem habe Russland die Stärke seiner Bomber in Syrien demonstriert, was den Waffenhandel mit den Ländern der Region ankurbeln wird, so CSM.

    „Ich habe keine Zweifel, dass dies ein Teil des Plans ist. Wir werden sehen, wie Russland seine Kampagne ausnutzt, um andere Länder im Nahen Osten zum Kauf seiner Waffen zu bewegen“, zitiert CSM den wissenschaftlichen Mitarbeiter des russischen und eurasischen Programms beim Carnegie-Fond, Paul Stronski.

    Stronski merkte an, die Teilnahme Moskaus am syrischen Konflikt habe auch negative Folgen: Russland sei Ziel des internationalen Terrorismus geworden. Außerdem könne sich Syrien für Russland in einen Sumpf verwandeln, wenn Moskau einmal nicht mehr fähig sein werde, Syrien einfach zu verlassen, ohne seine Errungenschaften dort zu verlieren.

    Der Experte wies außerdem darauf hin, Russlands Unterstützung für den syrischen Präsidenten solle eine Botschaft an alle liefern, dass Russland ein zuverlässiger Verbündeter ist.

    Die russische Luftwaffe fliegt seit dem 30. September 2015 auf Bitte der Regierung in Damaskus in Syrien Angriffe gegen Stellungen der Terrorgruppen Daesh und al-Nusra, die in den vergangenen Jahren weite Teile des Landes unter ihre Kontrolle gebracht hatten. Ende März wurde der Großteil der russischen Militärs und Technik aus Syrien abgezogen.

    In Syrien dauert seit März 2011 ein bewaffneter Konflikt an, der laut Uno-Angaben bereits mehr als 280.000 Todesopfer gefordert hat. Den Regierungstruppen von Präsident Baschar al-Assad stehen Rebellen, aber auch islamistische Terrormilizen gegenüber.

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    Tags:
    Syrien-Konflikt, Islamischer Staat, Bomber, Mevlüt Cavusoglu, Recep Tayyip Erdogan, Baschar al-Assad, Barack Obama, Wladimir Putin, Hamadan, Europa, Indien, Südostasien, Türkei, Afghanistan, Irak, Iran, Saudi-Arabien, Nahost, USA, Russland, Syrien