06:42 25 März 2017
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    Die Chemiewaffen-Attacke in Ghuta am 21. August 2013

    Syriens UN-Botschafter: Frankreich „inszenierte“ Giftgasattacke bei Damaskus

    © AFP 2017/ Ammar Al-Arbini
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    Die Chemiewaffen-Attacke in Ghuta, einem Vorort von Damaskus, im Jahr 2013 war von der französischen Aufklärung bewusst organisiert worden, wie die Zeitung „The Independent“ unter Verweis auf Syriens UN-Botschafter Baschar al-Dschaafari schreibt.

    Dschaafari geht demnach davon aus, dass der Chemiewaffeneinsatz ein Teil des Planes gewesen sei, die Rüstungsinspektoren der Uno von einem anderen Vorfall abzulenken, für den Extremisten verantwortlich gemacht wurden. Der schwedische Wissenschaftler Åke Sellström leitete damals die Untersuchungskommission der Uno in Syrien, die den Vorwurf von Chemiewaffeneinsätzen im syrischen Bürgerkrieg vor Ort prüfen sollte.

    „Der Einsatz von Chemiewaffen bei Damaskus sollte Åke Sellström daran hindern, Aleppo zu besuchen, weil (Frankreich – Anm. d. Red.) wusste, wer die Chemiewaffen in Aleppo eingesetzt hatte“, zitiert die Zeitung Dschaafari. „Sie wollten Sellström mit allen Mitteln daran hindern, nach Aleppo zu gelangen, und deshalb haben sie in Damaskus unter Beteiligung der französischen Aufklärung Chemiewaffen eingesetzt.“

    Der UN-Botschafter Frankreichs, François Delattre, bezeichnete diese Vorwürfe als „absurd“.

    Bei dem Chemiewaffeneinsatz am 21. August 2013 in Ghuta waren über 1500 Menschen ums Leben gekommen. Die Untersuchungskommission teilte mit, dass es überzeugende Beweise für einen Chemiewaffeneinsatz gebe. Laut dem Bericht sollen bei dem Angriff Boden-Luft-Raketen mit dem Giftgas Sarin eingesetzt worden sein.

    Ergebnis der umfangreichen internationalen Zusammenarbeit war letztlich die Vernichtung sämtlicher Chemiewaffenarsenale in Syrien. Die Schuldigen an jener Attacke seien allerdings bis heute nicht gefunden worden, schreibt „The Independent“ abschließend.

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    Chemiewaffen, Aleppo, Frankreich, Syrien, Ghuta
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    Alle Kommentare

    • Man wird betroffen feststellen, daß auch dieser "Vorfall", wie auch unzählige andere Kriegsverbrechen der US-Geführten Koalition ungeahndet bleiben wird.
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      Unwichtig, hat keine Konsequenzen, wenn man den Bösen difamiert.
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      ingomaus
      die Franzosen waren es, Jagt die ganze Bande raus aus Syrien. Auch der Mord an den Libyscher Gadaffi und viele seiner Bürger gehen auf das Konto von Sarkosy.
    • sanpodonAntwort an (Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      Isnogud, Kriegsverbrechen verjähren nicht ...
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      Miami
      schimpft man in Russland und bei deren freunden nicht pausenlos über die UN?
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      Joesi
      ...dafür bekommt Sarkozy nun jetzt schon seine Quittung!
      Nie mehr so ein Schwachkopf an die Französiche Staats-Spitze.
      Wie konnte einer so dumm sein, dem Obama zu folgen!
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      melanie_s
      Ach Frankreich war das. Und ich hab schon befürchtet es ist ein Fünkchen Wahrheit an dem Gerücht Assad selbst hätte schon Giftgas eingesetzt. Aber wie auch hat ja keine Chemiewaffen.
    • Sicher doch, mich wundert es nur das es die Franzosen sein sollten und nicht die Amis.
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      Kiekste
      Aleppo war mit Sicherheit nicht Assad, sondern die Islamisten! Das Gas wurde von der Türkei geliefert. Die Islamisten setzen jedoch auch heute noch Chemiewaffen ein. Irgendwas mit Chlorgas. Sowohl der IS als auch die US-gestützten Islamisten.
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      petro
      1985 versenkte der französische Geheimdienst das Greenpeaceschiff "Rainbow Warrior" vor Neuseeland. Mit diesem Schiff wollte Greenpeace eine Flotille anführen, die gegen die französischen Atomtests vor dem Mururoa-Atoll protestieren wollte. Ein Fotograf wurde getötet, das Schiff versank.
      Der Anschlag wurde lückenlos aufgeklärt, die gesamte französische Staatsspitze, einschließlich Präsident Mitterand, war in diesen Fall verwickelt.
      Wir sind 3o Jahre weiter und die Methoden der Geheimdienste werden immer brutaler.
      Leider passt auch dieser Fall in den Kontext der Geheimdienste, die mit absolut allen Mitteln versuchen und versuchen werden ihre finsteren Ziele durchzusetzen...zum Kotzen.
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