15:34 16 August 2017
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    Die deusche Bundeskanzlerin Angela MErkel und der estnische Präsident Toomas Hendrik Ilves

    Estnischer Präsident zu Deutschlands Rolle: „Den festgefahrenen EU-Zug flottmachen“

    © AFP 2017/ Raigo Pajula
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    Deutschlands Verantwortlichkeit und Fähigkeit, die Verbündeten zu verstehen, können es zu einer „EU-Lokomotive“ machen, sagte der estnische Präsident Toomas Hendrik Ilves am Donnerstag.

    „Europa braucht eine Lokomotive, die selbstsicher unseren ein bisschen festgefahrenen Zug flottmacht. Angesichts der Verantwortlichkeit, der Prinzipientreue und der Fähigkeit, seine Verbündeten anzuhören und zu verstehen, die Deutschland heutzutage an den Tag legt, kann es solch eine Lokomotive werden", sagte Ilves beim Treffen mit Merkel in Tallinn.

    „In diesen an Krisen reichen Tagen brauchen wir immer öfter ein Vorgehen, bei dem die engen innenpolitischen Interessen beiseitegelegt werden und der Mut bewiesen wird, schnelle Entscheidungen für das Gemeinwohl zu treffen", betonte er.

    Der am Donnerstag zu Ende gegangene Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel in Estland ist ein Bestandteil einer Reihe von Treffen und Besuchen, bei denen sie sich einen Einblick in die Lage in der EU nach dem Brexit verschaffen soll. Die Bundeskanzlerin soll mit 15 Staats- und Regierungschefs der EU zusammentreffen. Thema der Gespräche ist die Vorbereitung auf den EU-Sondergipfel ohne Großbritannien, der am 16. September in Bratislava stattfinden soll.

    Nach ihrem Estland-Besuch reist Merkel nach Tschechien, wo sie am Donnerstag mit Ministerpräsident Bohuslav Sobotka und Staatspräsident Milos Zeman zusammentreffen wird. Am Freitag ist ein Treffen mit der polnischen Regierungschefin Beata Szydlo in Warschau geplant. Anschließend soll die deutsche Bundeskanzlerin an einem Arbeitsmittagessen der Staats- und Regierungschefs der sogenannten Visegrad-Gruppe teilnehmen.

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    Tags:
    Brexit, EU-Gipfel, Visegrad-Gruppe, EU, Toomas Hendrik Ilves, Angela Merkel, Deutschland, Estland
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