06:51 25 März 2017
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    „Sachsen soll Russland beitreten“: Petitions-Initiator Reimann im Exklusiv-Interview

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    Rene Reimann – deutscher Unternehmer, Familienvater und „Otto-Normalbürger“, wie er selbst sagt – hat vor einigen Monaten eine Petition zu einem „Nichtangriffspakt mit Russland“ veröffentlicht sowie eine Initiative zum Austritt Sachsens aus der Bundesrepublik und die Eingliederung in die Russische Föderation gestartet. Was steckt dahinter?

    Праздничные мероприятия, посвященные 86-й годовщине со дня образования ВДВ
    © Sputnik/ Илья Питалев
    Ziel dieser und auch folgender Bittschriften sei es gewesen, Reaktionen und Diskussionen über das politische und gesellschaftliche Verhältnis zwischen Deutschland und Russland zu provozieren, so der aus Thüringen stammende Geschäftsmann, der heute in Hannover lebt, in einem Exklusiv-Interview für Sputnik.

    „Ich wollte wissen, wie die deutschen Bürger auf dieses Engagement reagieren würden und wie viele sich für die Petition interessieren. Wie stehen die Deutschen zu Russland, wie zu Putin? Wie hat sich die negative mediale Propaganda gegenüber Russland bei uns Deutschen ausgewirkt? Ist die Masse der deutschen Bevölkerung schon medial manipuliert oder nicht?“, erläuterte Reimann.

    Für den Nichtangriffspakt haben rund 14.000 deutsche Bürger ihre Stimme abgegeben. Aus der deutschen Politikszene gab es allerdings kaum Reaktionen.

    Einzig Dr. Rainer Fromme (deutscher Politikwissenschaftler und Fernsehjournalist, Schwerpunkt Rechtsextremismus – Anm. d. Redaktion) bat um einen Drehtermin für ein Interview, erzählt der Unternehmer. Das Gespräch sei bei dem Telefonat auf Augenhöhe erfolgt. Ob Cutter aber dann aus ihm „einen Reichsbürger oder Putinanhänger“ machen, sei noch unklar, fügt Reimann hinzu.

    Trotz der geschichtlichen Ereignisse interessiere sich heute aber kaum jemand für die wirklichen Hintergründe der aktuellen Zerwürfnisse zwischen dem Westen und Russland, stellt er fest. „Es ist kaum zu fassen, wie gleichgültig unsere Bevölkerung die ganzen Geschehnisse hinnimmt oder sich gar nicht dafür interessiert.“

    Er sei „zwar nur ein Einzelkämpfer“, denke aber im Falle einer großen Zustimmung zu dem Petitionsanliegen doch in der Lage zu sein, auf entsprechende Netzwerke zugehen zu können und um Unterstützung zu bitten.

    Er könne sich deshalb die Passivität anderer Bürger nicht erklären: „Russland ist ein heißes Eisen. Ist es vielleicht nicht ‘sexy‘ genug? Was ist aus unserer Gesellschaft geworden?“, fragt sich der Unternehmer.

    „Enttäuscht und verdrossen von der deutschen Russlandpolitik“ habe er zunächst  eine Bittschrift bezüglich der Eingliederung ganz Deutschlands in die Russische Föderation erstellt. Schließlich habe er dann aber kürzlich eine Petition mit dem Titel „Bürgerreferendum zur Eingliederung des Freistaates Sachsen in die Russische Föderation“ auf den Seiten change.org und Openpetition.de veröffentlicht.

    Die Pegida-Bewegung, die in Sachsen besonders stark in Szene tritt, habe bei der Auswahl Sachsens für die Petition keine Rolle gespielt, beteuert Reimann. Von ausschlaggebender Bedeutung sei, dass dieses Bundesland „wohl am ehesten eine Zuneigung zu Russland“ empfinde, dies mutiger öffentlich zum Ausdruck bringen und mehrheitlich bessere Kenntnisse über den Charakter der russischen Bevölkerung aufweisen würde.

    Über das Gründungsprojekt „Pro Putin Partei“, in dessen Namen die Petitionen veröffentlicht wurden, erzählt Reimann Folgendes: „Es war nicht meine Absicht, das Parteiprojekt in Gänze zum Erfolg zu führen, da mir der Umstand meines Zeitmangels und die mir fehlenden Kenntnisse ja schon vorher bekannt waren. Mein Ziel war und ist es, das Projekt nur anzustoßen und dann an dafür geeignete Fachleute zu übergeben, die sich mit der Ausrichtung identifizieren können und in Sachen Erfahrung, Wissen und Willen auftrumpfen können.“

    Zu den außenpolitischen Zielen einer solchen Partei („Mein Engagement oder meinetwegen auch mein Hirngespinst“, lacht Reimann) würden eine Weigerung Deutschlands, sich weiterhin an Nato-Kriegen zu beteiligen, der Austritt aus der Nato sowie das Verbot von Waffenlieferungen an bestimmte Regime und dessen Partner gehören.

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    Das Parteiprogramm würde besonderen Wert auf die Beendigung der Sanktionen gegen Russland, Syrien und alle anderen betroffenen Länder, die Normalisierung der deutsch-russischen Beziehungen, die Förderung der Völkerverständigung und die Anerkennung der Krim als russisch legen.

    In der heutigen politischen Situation, angesichts der Globalisierung und der US-Vormachtansprüche sollte auch ein Beitritt Deutschlands zu den BRICS-Staaten, der SOZ (Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit, der aktuell die Volksrepublik China, Russland, Usbekistan, Kasachstan, Kirgisistan und Tadschikistan angehören – Anm. d. Red.) und dem von Russland geführten Militärbündnis OVKS erwägt werden. „Bei einer normalisierten bzw. einer guten russisch-deutschen Beziehungssituation könnten wir alles zusammen schaffen!“ behauptet der Petent.

    Er ist sich darüber im Klaren, dass die politischen Realitäten in Deutschland maßgeblich davon abhängen, wer im Weißen Haus in Washington sitzt: „Im Geheimen hege ich Hoffnung auf die Präsidentschaft von Trump und seine angedeuteten politischen Ziele und Versprechungen. Aber Obama versprach uns ja auch viel“, schließt Reimann.

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    Tags:
    Rene Reiman, Sachsen, Deutschland, Russland
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      joergAntwort ancoverich63(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      coverich63, Sie müssten das ganze nur beweisen können.
    • Seth
      Ich empfehle Rene Reimann doch ganz einfach die Koffer zu packen und gen Moskau zu reisen und Putin um Asyl zu bitten und die aufrichtigeren Sachsen nicht in seine abstrusen Ideen mit hinein zu ziehen.
      Denn auch in Sachsen möchten die meisten Menschen lieber zusammen mit den Flüchtlingen im freiem und demokratischem Deutschland leben, als in ein autokratisches System zu wechseln, welches mit Riesenschritten auf eine reine Diktatur zusteuert.
    • Raus aus der Eu-Nato...Freiheit für Sachsen !!!
    • Das ist eine gute Idee. Aber leider mehr als 25 Jahre zu spät. Das soll ja Todor Shivkov schon einmal mit Bulgarien dem sowjetischen Generalsekretär Breshnew vorgeschlagen haben und gescheitert sein. Aber man soll niemals nie sagen. Vielleicht haben wir den Rubel eher als uns lieb ist, angesichts der vielen Krisen bei uns.
    • RitterkreuzträgerAntwort anewdw(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      ewdw, Aha und wer sind Sie?
    • ziheihähh-babyAntwort anotto-remagen(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      otto-remagen, nee (verraten) die waren doch in den ministerien weil kein berliner sollte wegen WB-beziehungen in staatlichen einrichtungen arbeiten , musste mann zonies nehmen...
    • R. Lee Ermey
      Wie kommt man den auf so eine beknackte Idee?
      Soll er doch alleine nach Russland auswandern wenn es ihm im deutschem Sachsen nicht mehr gefällt!
      Aber es wird ihm nicht gelingen Sachsen nach Muster der Krim Putin auf dem golden, Tablett zu servieren. Da gibt es doch zu viele die das etwas anders sehen und dies dem Rene mit aller Deutlichkeit mitteilen würden.
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      Novaris
      Lt. Mr. Friedman von STRATFOR ist es das vornehmste Bestreben der Angloamerikaner (USA, Großbritannien) seit 100 Jahren, eine Allianz zwischen Deutschland und Russland zu verhindern.
      Bisher waren die Bemühungen von Erfolg gekrönt (WKI und WKII und die Russland-Politik der Merkel-Regierung) und damit das auch so bleibt, liegen nun zwischen Russland und Deutschland zwei US-freundliche Staaten, Polen und die Ukraine
      Ein deutsches Territorium wird niemals Russland angehören, weil es dazu der Souveränität bedarf, um das zu realisieren und die ging am 8. Mai 1945 für Deutschland verloren.
      Es bleibt nur die Möglichkeit, deutschen Unternehmern lukrative Angebote hinsichtlich der Infrastruktur, der Rechtssicherheit und der Besteuerung zu machen. In dem Zuge würden sich deutsche Unternehmen in Russland ansiedeln, deutsches Fachpersonal mit ihren Familien nach Russland mitnehmen und auch Existenzgründer zur Gründung eines Unternehmens in Russland animieren lassen, was wiederum den Nachzug von Deutschen bewirken könnte.
      Fazit : Die Angloamerikaner können zwar eine Verbindung deutschen Territoriums mit Russland verhindern, aber die Deutschen nicht daran hindern, mit den Füssen abzustimmen. Im übrigen ist Deutschland als Land für die Deutschen durch die Flutung mit Muslimen ohnehin verloren, zumal nach wie vor eine Mehrheit gegen diese Flutung nichts einzuwenden hat.
      Eine Frage bleibt jedoch : Was wird mit Russland sein nach Putin ? Eine Demokratie oder eine Diktatur stalinistischer Prägung ? Die Antwort darauf kann möglicherweise für alle Freunde Russlands ernüchternd ausfallen.
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      otto-remagenAntwort anR. Lee Ermey(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      R. Lee Ermey, "deutsches" Sachsen" ?! Die Sachen sprechen nicht einmal DEUTSCH ! Sachsen ist ein "Frei"staat , der sich immer dorthin dreht wo das meiste Geld herkommt und vollkommen abhängig ist . Ich sage immer Sachsens "Glanz" und Preußen Gloria ! Geglänzt hat Sachsen nur durch Verrat , italienische Baumeister ohne die Dresden noch ein Kuhdorf wäre ! Geliehenem Geld mit dem der olle August seinen perversen Lebensstiel finanzierte . So wie auch das heutige Sachsen bis über beide Ohren verschuldet ist ! Russland würde es vielleicht nehmen , wenn wir Preußen wie zu Friedrichs Zeiten dort einmarschieren und Ordnung schaffen würden . Ansonsten ist dieses zänkische Völkchen nur Ballast für Deutschland und Germanien würden es gerne los werden . Aber das geht ja nicht unter ihren amerikanischen Hut und in ihren US Kopf ! Also Ami halten sie sich raus aus deutschen Angelegenheiten , die sind einige Nummern zu groß für sie . Nebenbei , die Krim ist zu Putin gegangen , weil die Krim Bewohner den Kanal von Kiew voll hatten und nicht deutsche Kolonie für deutsche Billigurlauber werden wollte . Außerdem haben sie damit die Stationierung von US U - Booten und A Bombern verhindert . Da ist die russische Schwarzmeer Flotte doch sympathischer und friedliebender . So jetzt haben sie genug Stoff um einige Zeit nachzudenken .
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      ewdwAntwort anotto-remagen(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      otto-remagen, was kifft der Kerl Otto?
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      ewdwAntwort anRitterkreuzträger(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      Ritterkreuzträger, einer mit gleicher Weltsicht
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      ewdwAntwort anotto-remagen(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      otto-remagen, sie sind ein Witzbold aber wohl eher ein BRiD-Clown
    • RitterkreuzträgerAntwort anewdw(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      ewdw, solange wir nicht wie Adrian Ursache es machen, bin ich mit dabei. Es sieht auch ganz gut aus, man muss nur lesen und denken können, dann geht das schon: concept-veritas.com/nj/16de/politik/16nja_bestattung_der_alten_weltordnung.htm
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      otto-remagenAntwort anewdw(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      ewdw, haben sie auch eine Meinung oder labern sie nur ?
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      otto-remagenAntwort anewdw(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      ewdw, wenn sie meinen . was ist BRiD ??
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      ewdwAntwort anotto-remagen(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      otto-remagen, müssen sie halt noch viel lernen, wenn's denn die "rote Weltsicht" gestattet
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      otto-remagenAntwort anewdw(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      ewdw, was ist eine rote Weltsicht ? Was ist BRiD ? Erläutern sie doch einmal ihre Geheimsprache .
    • Volker
      Sind eigentlich nur die Deutschen von medialer Propaganda manipuliert, oder auch Russen?
    • TeslaAntwort anGrille Grilli(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      Grille Grilli,
      Genau! Aber damit es zu einer Freundschaft zwischen Deutschland und Russland kommt, soll man micht mit einer Aufteilung Deutschlands zwischen den Nachbarstaaten Rusofobie und das genaue Gegenteil provozieren.

      Dass die deutsche Regierung nicht das macht, was das deutsche Volk will ist eine weitere Sache. Deutschland ist okkupierter US Vasal und dazu verdammt US Entscheidungen durchzuführen, statt sich für die Interessen der Deutschen einzusätzen.

      Ein gutes Beispiel für dich:
      Die grosse Mehrheit der Leute in Montenegro wollten nie ein Teil der NATO-Mördersekte werden. Und wo ist jetzt Montenegro? In der NATO! Montenegro schickt ständig ihre Soldaten an die NATO Übungen um einen Krieg gegen Russland vorzubereiten.

      Hat deiner meinung nach Montenegro, das eigentlich seit 2000 Jahren nie gegen Russland ein einziges Schuss abgefeuert hat, plözlich imperiale Ambitionen entwickelt und will mit seinen 500 Tausend Einwohnern Russland und China Okkupieren? Ein russisches Dorf hat mehr einwohner als ganz Montenegro und eine Chinesische Familie könnte problemlos ganz Montenegro mit seinen 1000 Soldaten erobern.

      Nein! Montenegro, Deutschland und andere sind nur zu willigen Vasalen des US Imperiums geworden und machen das genaue Gegenteil was ihre Völker von ihnen erwarten. Ihre Regierungen warten nur auf Befehle aus Übersee. Und wenn es sein muss, dann werden sie zum Wohle des US-Imperiums geopfert, auch in Kriegen gegen eigene Brüdervölker.

      Dei gesammte EU wie auch NATO unterstehen dem US Komando und wer nicht wirklich alle US-Befehle befolgt, wird durch False Flag operationen dazu gedrängt um sie zu befolgen – Charlie Hebdo, absturz des deutschen Passagierflugzeugs über Frankreich, Teroranschläge in der Türkei, Tschechenienkrieg, Georgienkrieg, Putsch in der Ukraine, Arabischer Frühling, etc.

      Angst regiert die Welt und nicht das Geld.
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      Miami
      ist denn bei Sputnik schon die Narrenzeit?
      Wie blöd muß man sein, um solche Beiträge ernst zu nehmen?
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