11:32 21 April 2018
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    US-Wahlkampf: Trump und Clinton fehlt „Russland-Strategie“ – Medien

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    Präsidentenwahl in USA (2016) (443)
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    Obwohl Russland im aktuellen US-Wahlkampf eines der Hauptthemen ist, können weder der republikanische Kandidat Donald Trump noch seine demokratische Rivalin Hillary Clinton eine adäquate Strategie zum Umgang mit Moskau anbieten, wie das US-Magazin „Foreign Policy“ am Freitag schreibt.

    Obwohl Russland im Wahlrennen um das höchste Amt in den USA eine aktive Rolle spiele, habe kein einziger Präsidentschaftskandidat ernsthaft daran gedacht, wie Washingtons Politik gegenüber Moskau in Zukunft aussehen soll.

    Während Trump nach eigenen Angaben mit Russlands Präsidenten Wladimir Putin „gut umgehen“ würde, nahm Clinton eine entgegengesetzte Position ein und kritisierte die Kreml-Politik scharf. Die beiden Kandidaten vermeiden jedoch konkrete Fragen bezüglich der zukünftigen bilateralen Beziehungen.  

    Inzwischen liegt es wohl auf der Hand, dass Russland der wichtigste Akteur in den Regionen ist, wo die USA und deren Verbündete ein strategisches Interesse haben: von der Ostsee bis zum Nahen Osten und der Arktis, so der Autor des Artikels.  

    Ihm zufolge wird die nächste US-Administration mit vielen mit Russland zusammenhängenden Problemen konfrontiert werden. So sei die Beilegung der Konflikte in Syrien und der Ukraine ohne Russland unmöglich, obwohl seine Einmischung gleichzeitig die USA und deren Verbündete schwäche.  

    Moskau habe zudem eine wichtige Rolle bei der Erzielung eines Atomabkommens mit Teheran gespielt. Sollte es dieses aber nicht einhalten, werde Russland den Iran schützen. Obwohl niedrige Öl- und Gaspreise auch die russische Wirtschaft betroffen haben, könne der Kreml die Gaszufuhr nach Europa durchaus noch einstellen. 

    Sollte einer der beiden US-Präsidentschaftskandidaten scharfe Aussagen während des Wahlkampfes abgeben, müsse dieser nach der Wahl den Aufbau produktiver Beziehungen zum Kreml in die Hände erfahrener Diplomaten abgeben. Russland würde demnach vom ersten Tag an die Aufmerksamkeit des neuen Präsidenten fordern. 

    Zuvor hatte Clinton die russischen Geheimdienste beschuldigt, in die Hackerattacke auf die Server der US-Demokraten verwickelt gewesen zu sein. Der Kreml wies die Vorwürfe als „absurd“ zurück. 

    Die US-Präsidentschaftswahl findet am 8. November statt.

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    Tags:
    Strategie, Präsidentenwahl, Foreign Policy, Donald Trump, Hillary Clinton, Wladimir Putin, Barack Obama, Iran, Russland, USA
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