00:20 24 Januar 2018
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    Himmel über Syrien: Moskau will Zwischenfälle mit Ankara vermeiden

    © Foto: Russlands Verteidigungsministerium
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    Russlands Verteidigungsministerium hat sich mit der Bitte um zusätzliche Information über den Luftwaffen-Einsatz bei der Anti-IS-Offensive in Syrien an die Türkei gewandt. Somit wolle Moskau neue Zwischenfälle zwischen russischen und türkischen Kampfjets vermeiden.

    „Das russische Verteidigungsministerium hat bei der türkischen Militärbehörde Information über Pläne zur Durchführung des Lufteinsatzes in Syrien angefragt, um Zwischenfälle im Himmel zu verhindern. Die türkischen Kampfjets werden zum ersten Mal intensive Schläge gegen Ziele in Syrien versetzen und können daher im Himmel mit russischen Bombern aufeinandertreffen“, sagte eine Quelle aus dem Verteidigungsministerium gegenüber der Zeitung „Iswestija“.

    Medienberichten zufolge bombardierten die türkischen Kampfjets im Rahmen der Operation „Schutzschild Euphrat“ IS-Ziele auf einem großen Territorium – von der türkisch-syrischen Grenze bis nach Aleppo. Die Agentur Anadolu hatte berichtet, dass alleine am 24. August türkische Bomber im Rahmen einer Befreiungsoperation der nordsyrischen Grenzstadt Dscharabulus zwölf Luftschläge gegen den IS versetzten.

    Am 25. August hatte die Türkei 20 zusätzliche Panzereinheiten in den Norden Syriens geschickt, wie Ankara bestätigte. Im Ernstfall sei das Land bereit, weitere Panzer und Baumaschinen nach Syrien zu schicken, hieß es damals. Dabei werden die Panzer durch US-Kampfjets von der Luft unterstützt.

    Eine so intensive Kampftätigkeit verschiedener Luft-Streitkräfte in einem begrenzten Luftraum kann zu Zwischenfällen führen. Daher ist die Initiative der russischen Seite äußerst verständlich.
    Auch die türkische Seite hatte ihrerseits noch Anfang des Monats zu verstehen gegeben, dass Ankara den Informationsaustausch mit Moskau gerne

    wieder in Ordnung bringen würde. Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu hatte am 11. August erklärt, Ankara sei an der „Koordinierung“ des Anti-IS-Einsatzes mit Russland interessiert sei, was jedoch keinerlei gemeinsame Operationen vorsehe.

    „Alleine die Tatsache, dass die Türkei Russland vorweg über die Operation in Dscharabulus in Kenntnis gesetzt hatte, zeugt davon, dass Ankara Lehren aus der Situation nach dem Absturz des russischen Jets Su-24 gezogen hatte“, so der Experte.

    Die türkische Armee hatte am Mittwochmorgen einen Militäreinsatz zur Befreiung der Stadt Dscharabulus im Norden Syriens gestartet. Unterstützt wurde sie von den Flugzeugen der internationalen Anti-IS-Koalition. Die türkischen Jets versetzten Luftschläge gegen die IS-Kämpfer, die zusätzlich auch von Panzern und Artillerie beschossen werden.

    Medien hatten unter Berufung auf Militärquellen berichtet, der türkische Militäreinsatz in Syrien sei keine Bodenoperation. Ziel des Einsatzes sei es, einen Korridor für die Truppen der gemäßigten Opposition zu schaffen, die Sicherheit an der Grenze zu gewährleisten und die territoriale Integrität Syriens sicherzustellen.

    Damaskus verurteilte indes Ankaras Aktivitäten und stufte den Einmarsch türkischer Truppen in Syrien als Verletzung der Souveränität des Landes ein.

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    Tags:
    Souveränität, Luftwaffe, Luftangriff, Koordination, Vorfall, Verteidigungsministerium Russlands, Terrormiliz Daesh, Türkei, Russland, Syrien