09:42 19 November 2017
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    Oppositionsanhänger auf dem Unabhängigkeitsplatz in Kiew

    Telegraph: Westen völlig unfähig zur Beilegung des Ukraine-Konfliktes

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    Politische Krise in der Ukraine (118)
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    Die Ukraine-Krise rückt allmählich wieder in den Vordergrund, aber die „ukrainische Tragödie“ hatte sich von Anfang an durch das Verschulden westlicher Länder abgespielt, schreibt der Kommentator der britischen Zeitung „The Telegraph“, Christopher Booker.

    „Es hatte nur einen Grund für die Tragödie vom Winter 2013-2014 gegeben, die Ukraine jetzt in Stücke zerreißt. Das ist das von den USA unterstützte unverschämte  Bestreben der Europäischen Union, die Ukraine in ihr sich ständig erweiterndes Reich aufzunehmen“, schreibt Booker.

    Der Westen sei „glücklich“ gewesen, als der pro-russische, vom Volk gewählte Präsident der Ukraine, Viktor Janukowitsch, gestützt worden sei und eine nicht gewählte, aber der Europäischen Union und den USA nahe stehende Regierung an die Macht gekommen sei, so der Journalist. Dabei hätten die westlichen Länder nicht alle Folgen dieser Ereignisse überblickt, ergänzt Booker.

    Man hätte damit rechnen sollen, dass die russischsprachige Bevölkerung der Krim und der Ostukraine die Macht ihrer ehemaligen Landsleute der ihnen fremden „bizarren Leitungsform“ Brüssels vorziehen werde.

    „Es war ein gefährlicher Wahnsinn, so zu reagieren, wie das im Westen getan wurde, als US-Außenminister John Kerry die Volksabstimmung auf der Krim einen ‚unglaublichen Aggressionsakt' Russlands nannte, Prinz Charles (den russischen Präsidenten) Putin mit Hitler verglich und die damalige karikaturhafte  EU-Innenministerin, Baronin (Catherine) Ashton, Willkommensgrüße von 200.000 Ukrainern in Kiew entgegennahm. Diese skandierten ‚Europa. Europa‘, was mitunter von Brüssel selbst bezahlt wurde“, so der Kommentator.

    Nach knapp drei Jahren Bürgerkrieg seien die Spitzenpolitiker der westlichen Länder weiterhin unfähig zu begreifen, was sie mit dem Chaos tun sollten, an dem sie mehr als jemand anderer schuld seien, resümiert Booker.

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