06:47 25 März 2017
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    Caracas wirft Washington Umsturzversuch vor

    © Sputnik/ Dmitri Snamenski
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    Venezuela wirft den USA vor, in dem südamerikanischen Land einen Staatsstreich organisiert zu haben, der am Donnerstag verübt werden sollte, wie der TV-Sender Hispan TV unter Verweis auf den Vize-Außenminister Venezuelas, Alvarez Herrera, meldete.

    Am selben Tag war in Caracas eine Protestkundgebung der Opposition geplant, deren Teilnehmer einen genauen Termin für ein Referendum zur Abwahl des Präsidenten Nicolas Maduro fordern.        

    „Es ist offensichtlich geworden, wer hinter dem Umsturzversuch steckt. Es ist ein Komplott der antidemokratischen Opposition und der internationalen rechten Kräfte“, wird Herrera von dem Sender zitiert.

    Laut dem Vizeaußenminister schafft die US-Administration von Barack Obama  eine instabile Lage in Venezuela und der gesamten Region, um „imperialistische Pläne gegen den Frieden und die Entwicklung der Völker“ zu realisieren.

    Diese Erklärung war eine Reaktion auf die Worte des Sprechers des US-Außenministeriums, John Kirby, der die Überführung des bisher unter Hausarrest gestellten Oppositionellen Daniel Ceballos durch die venezolanischen Behörden ins Gefängnis verurteilte.    

    Zuvor hatte die venezolanische Opposition eine wichtige Hürde in ihrem Streben nach einem Referendum zur Amtsenthebung von Präsident Maduro aus dem Weg geräumt. Nach Angaben der Wahlkommission sammelte sie mit ihrer Petition über zwei Millionen Unterstützerunterschriften, um die nächste Etappe des langwierigen Amtsenthebungsverfahrens zu starten. Laut dem Nationalen Wahlrat müssen 1,3 Millionen Bürger, die ihre Unterschriften unter die Petition gesetzt hatten, ihre Identität per Fingerabdruck bestätigen. Bisher haben dies nur einige Hundertausende getan.

    Die Beziehungen zwischen den USA und Venezuela hatten sich in letzter Zeit drastisch verschlechtert. So hatte der damalige Präsident Hugo Chavez im Dezember 2010 den von US-Präsident Barack Obama ernannten Botschafter in Venezuela, Larry Palmer, nicht empfangen und dem Diplomaten achtlose Äußerungen gegenüber Venezuela vorgeworfen. 

    Als Antwort hatte Washington dem venezolanischen Botschafter in den USA, Bernando Alvarez, dessen Visum entzogen. An der Spitze der diplomatischen Mission steht nun ein Interims-Leiter.

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    Tags:
    Umsturzversuch, Larry Palmer, Nicolas Maduro, Daniel Ceballos, John Kirby, Bernando Alvarez, Barack Obama, Alvarez Herrera, USA, Venezuela
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    Alle Kommentare

    • Germane
      Glaube ich sofort !
    • avatar
      hihardt
      "Regime Change" - Aktionen sind eine Spezialität der USA und wenn sie mit Gewalt "im Zeichen der Demokratie" durchgeführt werden!!!!
    • R. Lee Ermey
      Absoluter Schwachsinn!
      Was hat man denn für Beweise, dass dies nur annähernd stimmen könnte?
      Das ist doch das Gleiche, wenn behauptet wird, dass hinter dem türkischen Putschversuch ebenfalls irgendeine fremde Regierung stecken würde.
      Und mit "Cui bono" lässt sich nicht immer alles erklären.
      Es wird wohle eher so sein, dass man nicht genau weiß wer dahinter steckt, also zieht man seinen Lieblingssystemfeind auf die Anklagebank.
      Das kennen wir ja schon vom Ukraine-Konflikt, bei dem ja nun auch immer wieder die USA verantwortlich gemacht wird, es aber einzig und alleine Russland zu verantworten hat.
    • meshu
      Die USA hören mit dem Sturz von Staaten nicht auf.

      Welche Verbrecher sind hier am Werk?
      Der industriell-militärische Komplex und vor allem die Wall Street haben ihre Hände im Spiel.

      Cui bono?
    • avatar
      SportpapstAntwort anR. Lee Ermey(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      R. Lee Ermey, wenn man indoktrinierten Menschen reden muss, fällt schnell auf, das sie nicht die Klügsten sind. Hier auf Sputnik gibt es nur schwarz und weiss... aber das alle 3 Großmächte ihr eignes Spiel spielen,das sehen die ganzen Spinner hier nicht....
    • avatar
      billyvor
      Für Instabilität in ihrem Land - vorsichtig ausgedrückt - sorgt die venezolanische Regierung schon ganz allein.

      Allerdings ist eines Fakt:
      Es gibt kein einziges Land in Lateinamerika in dem die USA - direkt oder indirekt - nicht dafür gesorgt haben, dass ihnen nicht genehme Politiker auf seltsame Art und Weise zurücktraten oder zu Tode kamen; in dem sie nicht für " nachbarliche Unterstützung" der Kräfte gesorgt haben, die ihnen nicht genehme Regierung wegputschen wollten, und in dem sie nicht bei jeder sich abzeichnenden Krise ihre "Berater" in das jeweilige Land schickten, um möglichst Washington-hörige Regierungen einzusetzen und andere zu stürzen.

      Dieses Vorgehen der USA erstreckt sich zwar über den halben Globus, verstärkt allerdings in ihrem "Hinterhof", in dem sie sich für berechtigt halten, aus Gründen der "nationalen Sicherheit" überall einzugreifen.
      Es hat seine - berechtigten - Gründe, weshalb die USA-Amerikaner in Mittel- und Südamerika so unbeliebt sind.

      Insofern mag Herreras Äußerung vielleicht momentan der jetzigen desolaten Situatuon geschuldet sein; komplett ins Reich der Fabel würde ich sie nicht verweisen.

      Und sollte es tatsächlich nicht jetzt schon Tatsache sein: Es dürfte lediglich eine Frage der Zeit sein, bis Washington zu dem Schluss kommt, dass die Lage in Venezuela auch sie betrifft und bedroht, und ihr von Gott gegebenes Recht in Anspruch nehmen, dort mitzumischen; direkt oder indirekt. Wieder ein Volk dass die USA-Amerikaner "befreien müssen"; da muss man einfach "helfen" ...... :-[
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