04:52 24 November 2017
SNA Radio
    Kiew

    Hälfte der Ukrainer will vorzeitige Präsidenten- und Parlamentswahlen – Umfrage

    © Sputnik/ Stringer
    Politik
    Zum Kurzlink
    0 2295504

    In der Ukraine unterstützt die Hälfte der Bürger vorfristige Wahlen des Präsidenten und des Parlaments. Das bezeugt eine im August durchgeführte Meinungsumfrage des ukrainischen Instituts für Analyse und Prognose. Am heutigen Dienstag sind ihre Ergebnisse präsentiert worden, wie die Medien berichten.

    Vorfristige Parlamentswahlen

    „Die Idee vorfristiger Wahlen in die Oberste Rada (das Parlament der Ukraine – Anm. d. Red.) unterstützten im vergangenen Monat 47,6 Prozent der Bevölkerung, in diesem Monat ist diese Zahl auf 52,7 Prozent gestiegen“, teilte der Geschäftsführer des Kiewer Presseklubs, Michail Peressunko, mit. Ferner sagte er, die meisten Anhänger habe diese Initiative in Kiew, die wenigsten hingegen im Westen der Ukraine.

    Würden die Parlamentswahlen im laufenden Monat stattfinden, so würde ein bedeutender Teil der Ukrainer nicht wissen, für wen er stimmen sollte, oder stattdessen die Wahlen einfach ignorieren: „16,5 Prozent gaben an, schwer sagen zu können, für wen sie stimmen würden, 20 Prozent wären nicht zu den Wahlen gegangen – demnach hätten 36 Prozent der Bürger keine Wahl getroffen“, sagte der Direktor des Instituts für Analyse und Prognose, Juri Lesnitschi, bei der Präsentation der Studie. 

    Unter jenen, die zu den Wahlen gekommen wären, hätten laut der Umfrage 16,7 Prozent für die Vaterlandspartei von Julia Timoschenko gestimmt. Die Partei „Selbsthilfe“, geführt vom Lwiwer Bürgermeister Andrej Sadowoj, hätte 11,7 Prozent der Wählerstimmen bekommen, der Oppositionsblock – 11,3 Prozent, der einst führende Block Petro Poroschenko – 11,1 Prozent, die Radikale Partei von Oleg Ljaschko — 10,5 Prozent, die Partei „Für das Leben“ von Wadim Rabinowitsch – 7,1 Prozent, die nationalistische Partei „Freiheit“ – 5,9 Prozent, die Partei „Bürgerliche Position“ von Anatoli Hryzenko (Ex-Verteidigungsminister) – 5,9 Prozent.

    Die übrigen politischen Parteien hätten den Einstieg ins Parlament nicht geschafft, darunter auch die Partei von Michail Saakaschwili  „Wolna“ (dt. Welle) mit 3,9 Prozent, die Partei von Dmitri Jarosch „Dejstwije“ (dt. Handlung) – 1,9 Prozent und die Volksfront des Ex-Premiers Arseni Jazenjuk – 1,6 Prozent.

    Laut Lesnitschi hatten alle politischen Parteien im vergangenen Monat in ihrem Rating Einbußen zu verzeichnen, mit Ausnahme der Partei von Rabinowitsch, die eine aktive PR-Kampagne im ukrainischen Fernsehen betreibt.

    Wahlen des Staatschefs

    „Für Neuwahlen des Staatschefs haben sich im vergangenen Monat 55 Prozent der Bevölkerung ausgesprochen, im Rahmen der vorliegenden Studie – 52,7 Prozent, also die Hälfte der Bürger der Ukraine“, sagte Michail Peressunko. Mehr als 38 Prozent seien sich indes noch nicht im Klaren, wen sie an der Spitze des Staates sehen möchten, ergänzte er.

    Wie Juri Lesnitschi konkretisierte, liegen in der Präsidenten-Rangliste der amtierende Staatschef Petro Poroschenko und die Ex-Ministerpräsidentin Julia Timoschenko an der Spitze. Für sie würden jeweils 12,5 Prozent bzw. 9,9 Prozent der Bevölkerung stimmen. Um den dritten Platz in dieser Rangliste konkurrieren der Studie zufolge Andrej Sadowoj, Oleg Ljaschko, Wadim Rabinowitsch und Juri Bojko, der Führer des Oppositionsblocks. Eine gewisse Unterstützung unter den Bürgern würden auch die Ex-Soldatin Nadeschda Sawtschenko (2,3 Prozent), Michail Saakaschwili (1,9 Prozent) und Dmitri Jarosch (1,1 Prozent) genießen.

    Die gesamtnationale Studie unter der Bevölkerung der Ukraine wurde vom 11. bis 16. August durchgeführt. Es wurden 2016 Personen aus allen Regionen der Ukraine befragt, ausgenommen das von der ukrainischen Regierung nicht kontrollierte Gebiet des Donbass.

    Zum Thema:

    Umfrage: Poroschenkos Rating in der Ukraine sinkt unentwegt
    Ex-Sowjetbürger über ihr Leben vor und nach Zerfall der Sowjetunion - Umfrage
    Krise in ukrainischer Opposition: Alle gegen alle, alle gegen Einen
    Ukraine: Mit jedem Tag wächst in der Obersten Rada die Zahl der Oppositionellen
    Tags:
    Oberste Rada, Arsseni Jazenjuk, Michail Saakaschwili, Anatoli Hryzenko, Wadim Rabinowitsch, Oleg Ljaschko, Julia Timoschenko, Petro Poroschenko, Ukraine