06:45 25 März 2017
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    Hälfte der Ukrainer will vorzeitige Präsidenten- und Parlamentswahlen Umfrage

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    Politik
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    In der Ukraine unterstützt die Hälfte der Bürger vorfristige Wahlen des Präsidenten und des Parlaments. Das bezeugt eine im August durchgeführte Meinungsumfrage des ukrainischen Instituts für Analyse und Prognose. Am heutigen Dienstag sind ihre Ergebnisse präsentiert worden, wie die Medien berichten.

    Vorfristige Parlamentswahlen

    „Die Idee vorfristiger Wahlen in die Oberste Rada (das Parlament der Ukraine – Anm. d. Red.) unterstützten im vergangenen Monat 47,6 Prozent der Bevölkerung, in diesem Monat ist diese Zahl auf 52,7 Prozent gestiegen“, teilte der Geschäftsführer des Kiewer Presseklubs, Michail Peressunko, mit. Ferner sagte er, die meisten Anhänger habe diese Initiative in Kiew, die wenigsten hingegen im Westen der Ukraine.

    Würden die Parlamentswahlen im laufenden Monat stattfinden, so würde ein bedeutender Teil der Ukrainer nicht wissen, für wen er stimmen sollte, oder stattdessen die Wahlen einfach ignorieren: „16,5 Prozent gaben an, schwer sagen zu können, für wen sie stimmen würden, 20 Prozent wären nicht zu den Wahlen gegangen – demnach hätten 36 Prozent der Bürger keine Wahl getroffen“, sagte der Direktor des Instituts für Analyse und Prognose, Juri Lesnitschi, bei der Präsentation der Studie. 

    Unter jenen, die zu den Wahlen gekommen wären, hätten laut der Umfrage 16,7 Prozent für die Vaterlandspartei von Julia Timoschenko gestimmt. Die Partei „Selbsthilfe“, geführt vom Lwiwer Bürgermeister Andrej Sadowoj, hätte 11,7 Prozent der Wählerstimmen bekommen, der Oppositionsblock – 11,3 Prozent, der einst führende Block Petro Poroschenko – 11,1 Prozent, die Radikale Partei von Oleg Ljaschko — 10,5 Prozent, die Partei „Für das Leben“ von Wadim Rabinowitsch – 7,1 Prozent, die nationalistische Partei „Freiheit“ – 5,9 Prozent, die Partei „Bürgerliche Position“ von Anatoli Hryzenko (Ex-Verteidigungsminister) – 5,9 Prozent.

    Die übrigen politischen Parteien hätten den Einstieg ins Parlament nicht geschafft, darunter auch die Partei von Michail Saakaschwili  „Wolna“ (dt. Welle) mit 3,9 Prozent, die Partei von Dmitri Jarosch „Dejstwije“ (dt. Handlung) – 1,9 Prozent und die Volksfront des Ex-Premiers Arseni Jazenjuk – 1,6 Prozent.

    Laut Lesnitschi hatten alle politischen Parteien im vergangenen Monat in ihrem Rating Einbußen zu verzeichnen, mit Ausnahme der Partei von Rabinowitsch, die eine aktive PR-Kampagne im ukrainischen Fernsehen betreibt.

    Wahlen des Staatschefs

    „Für Neuwahlen des Staatschefs haben sich im vergangenen Monat 55 Prozent der Bevölkerung ausgesprochen, im Rahmen der vorliegenden Studie – 52,7 Prozent, also die Hälfte der Bürger der Ukraine“, sagte Michail Peressunko. Mehr als 38 Prozent seien sich indes noch nicht im Klaren, wen sie an der Spitze des Staates sehen möchten, ergänzte er.

    Wie Juri Lesnitschi konkretisierte, liegen in der Präsidenten-Rangliste der amtierende Staatschef Petro Poroschenko und die Ex-Ministerpräsidentin Julia Timoschenko an der Spitze. Für sie würden jeweils 12,5 Prozent bzw. 9,9 Prozent der Bevölkerung stimmen. Um den dritten Platz in dieser Rangliste konkurrieren der Studie zufolge Andrej Sadowoj, Oleg Ljaschko, Wadim Rabinowitsch und Juri Bojko, der Führer des Oppositionsblocks. Eine gewisse Unterstützung unter den Bürgern würden auch die Ex-Soldatin Nadeschda Sawtschenko (2,3 Prozent), Michail Saakaschwili (1,9 Prozent) und Dmitri Jarosch (1,1 Prozent) genießen.

    Mehr zum Thema: Poroschenko laut Umfrage ohne Chance bei ukrainischen Wählern

    Die gesamtnationale Studie unter der Bevölkerung der Ukraine wurde vom 11. bis 16. August durchgeführt. Es wurden 2016 Personen aus allen Regionen der Ukraine befragt, ausgenommen das von der ukrainischen Regierung nicht kontrollierte Gebiet des Donbass.

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    Tags:
    Oberste Rada, Arsseni Jazenjuk, Michail Saakaschwili, Anatoli Hryzenko, Wadim Rabinowitsch, Oleg Ljaschko, Julia Timoschenko, Petro Poroschenko, Ukraine
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    Alle Kommentare

    • Germane
      Helfen wird das auch nicht. NAZI bleibt NAZI und Korrupt bleibt korrupt !
    • avatar
      No Deal
      @Germane
      > Helfen wird das auch nicht. NAZI bleibt NAZI und Korrupt bleibt korrupt !

      Richtig, es gibt in der Ukraine keine Partei geschweige den einen
      Politiker der die Interressen des Volkes vertreten will, Egal wer da
      auch immer an die macht kommt, den interresiert nur eins, wie kann
      man sich möglichst viel geld ergaunern ohne gelyncht zu werden.

      Pest, Cholera Syphilis oder Ebola, das ist die Wahl des Volkes . . .
    • Die Ukraine braucht nicht zu wählen, denn der rechtmässige Präsident ist immer noch Wiktor Janukowytsch. Er ist zwar auch Korrupt, jedoch ging es damals den Menschen besser als heute.
    • Tesla
      Bei den Wahlen hätten die Ukrainer keine wirkliche Wahl.
      Alle möglichen Kranken Geister wurden auf dieser Liste aufgezählt.
      Jeder kranker als der Andere.

      Das errinnert stark an US Wahlen – egal wen oder was man wählt, es gibt keine Möglichkeit irgendetwas am eingeschlagenen Selbstzerstörungskurs des Landes zu ändern.
      Die echt pro ukrainischen Parteien wurden alle verboten und nur Parteien mit Nazi Hintergrund stehen auf der Liste.

      Das ist eine ähnliche Situation wie in Deutschland.
    • TeslaAntwort an (Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      ,
      Ob Janukowitsch korrupt war oder nicht, das weiss nur er selbst.

      Viele wurden von den westlichen Medien an der Nase geführt und belogen.
      Bei dieser Verleumdungsaktion der Mainstreammedien ging es nur darum, den gewählten Presidenten zu diskreditieren und ihn möglichst tief in den Dreck zu ziehen – ähnlich wie bei Gaddafi.

      Ich habe diesen Mist von anfang an nicht geglaubt und glaube es auch heute nicht.

      Du als Russe solltest einer der letzten sein, der diese westliche Verleumdungsropaganda noch verbreitet.
      Janukowitsch war vielleicht nicht ganz sauber aber er war zumindest ein Mensch.
      Ohne stichhaltige Beweise und ohne einen Gerichtsurteil sind das nur böswillige Behauptungen, die im Grunde auch strafbar sind.
    • Antwort anTesla(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      Tesla, ich bin kein Russe. Ich bin italienischer Staatsbürger, lebe aber in Deutschland. Sie haben vollkommen recht. Ich hätte vor Korrupt das Wort "angeblich" schreiben sollen. Das wäre richtiger gewesen. Ja, die Menschen im " Werte-Westen" wurden und werden von den Lügenmedien arg belogen. Davon konnte ich mich selbst mit meinen eigenen Augen überzeugen. Vor über zwei Jahren sah ich auf Russia 24 live, was auf dem Maidan in Kiew geschah.
      Sah sogar wie " friedliche Demostranten " mit Baumaschinen die Sicherheitskräften angriffen, obwohl sich diese friedlich verhilten. Natürlich berichteten unsere Lügenmedien total anders als die Realität. Dasselbe Spielchen wiederholte sich dann wieder, als das Gewerkschaftshaus in Odessa angezündet wurde. Die Drecksmedien haben so berichtet, als hätten sich die Opfer selbst angezündet und umgebracht.
      Böshaftige Behauptungen ohne Beweise sind hier im Prinzip strafbar. Leider gilt es nicht, wenn es um Russland geht. Gegen Russland ist anscheinend alles erlaubt. Man braucht nur an MH17 denken.
      Gruss von Stefano de Angelis.
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