06:04 26 Oktober 2020
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    Die Ko-Vorsitzende der kurdischen Partei der Demokratischen Union (PDY) Asya Abdullah hat in einem Interview für Sputnik den türkischen Militäreinsatz in der syrischen Stadt Dscharabulus im Gouvernement Aleppo kommentiert.

     „Im Laufe von fünf Jahren hat Ankara gefordert, dass (der syrische Präsident, Baschar – Anm. d. Red.) Assad zurücktritt, und offiziell die Opposition unterstützt. Jetzt aber treffen sich türkische Vertreter mit Assad und führen mit ihm einen Dialog. Am Ende der türkischen Verhandlungen mit dem syrischen Regime und dem Iran hat Ankara seine Truppen nach Dscharabulus geschickt”, so Abdullah.

    Die Türkei habe mit dem Truppeneinmarsch in Dscharabulus syrisches Territorium besetzt. Abdullah zufolge will Ankara dabei gleichzeitig die syrische Stadt Manbidsch besetzen und somit eine Vereinigung der Kurden verhindern.

    Sollten die türkischen Truppen bei ihrem Militäreinsatz tatsächlich auch nach Manbidsch vordringen, werde der Militärrat der Stadt mit allen Mitteln Widerstand leisten und die Stadt verteidigen. Die Vertreter des Rates sollen dazu schon eine entsprechende Erklärung abgegeben haben.

    „Die Türkei behauptet, dass sie die Truppen nach  Dscharabulus im Kampf gegen (die Terrormiliz – Anm. d. Red.) Daesh geschickt hat, aber das ist eine Lüge. Bislang hat die Regierung der AKP (Partei für Gerechtigkeit und Aufschwung – Anm. d. Red.) Daesh regelrecht unterstützt”, so die PDY-Vorsitzende.

    Die Kurden seien hingegen die einzige militärische Kraft, die im Land tatsächlich gegen die Terroristen kämpfe. Die Türkei zerstöre dabei jedoch deren Pläne, indem sie kurdische Territorien besetze. Abdullah rief die internationale Gemeinschaft dazu auf, ihren Protest gegen die illegalen Handlungen zu beachten.

    Darüber hinaus sieht Abdullah ihren Worten zufolge die Umsetzung von Ankaras Plan, eine Pufferzone einzurichten, als sehr schwierig an. Die Bewohner der Region sowie das syrische Volk würden diese Initiative nicht unterstützen, da sie keine türkische Präsenz in der Region dulden würden. Ebenso seien die Kurden von dem Projekt nicht überzeugt.

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    Tags:
    Baschar al-Assad, Dscharabulus, Manbidsch, Türkei, Syrien