14:15 24 Juni 2019
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    Flüchtlinge im Ägäischen Meer

    Wegen EU-Türkei-Deal: Ägypten von Flüchtlingen überschwemmt

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    Migrationsproblem in Europa (1281)
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    Kairo wirft dem zwischen der EU und der Türkei geschlossenen Flüchtlingsabkommen vor, einen Flüchtlingsansturm nach Ägypten verursacht zu haben, und fordert verstärkte Hilfen für die Bekämpfung der Krise, meldet das Portal EUobserver.

    Migranten auf der griechischen Insel Lesbos
    © AP Photo / Sergey Ponomarev/The New York Times/Columbia University
    Wie der für internationale Organisationen zuständige Berater des ägyptischen Außenministers, Hisham Badr, mitteilte, halten sich in Ägypten rund fünf Millionen Migranten auf, 500 000 davon sind Syrer. Ihm zufolge erhalten die Behörden täglich bis zu 800 Asylanträge.

    „Sie können doch sehen, was wegen des EU-Türkei-Flüchtlingsdeals geschehen ist“, sagte Badr vor EU-Abgeordneten.

    Ihm zufolge kostet die Migrationskrise Ägypten bis zu 300 Millionen US-Dollar jährlich, während die von der EU gewährte Hilfe für deren Bewältigung nicht ausreicht.

    „Wir erhalten unzureichende Hilfe. Ich will keine Beispiele mit eurem Nachbar anführen, der sechs Milliarden Hilfe bekommt“, sagte der Beamte, womit er die Türkei meinte.

    Im Mai dieses Jahres wurden Befürchtungen zum Ausdruck gebracht, dass Ägypten ein neues Transitland für Flüchtlinge werden könnte.

    Am 18. März hatten Brüssel und Ankara einen Flüchtlingsdeal vereinbart. Die EU hatte der Türkei visafreies Reisen für ihre Bürger in die EU im Rahmen des Abkommens über die Rücknahme von Flüchtlingen angeboten. Laut den Verabredungen soll die Türkei illegale Flüchtlinge daran hindern, nach Europa weiterzureisen. Diejenigen, die es trotzdem nach Griechenland schaffen, werden zurückgebracht. Im Gegenzug muss die EU der Türkei drei Milliarden Euro für die Versorgung von Flüchtlingen bereitstellen und ihr syrische Migranten abnehmen.

    Die Zuwanderungskrise in Europa hatte sich 2015 im Zusammenhang mit dem steigenden Einwanderungsstrom aus Nordafrika, dem Nahen Osten sowie aus Zentral- und Südasien zugespitzt. Innerhalb eines Jahres waren offiziellen Angaben zufolge rund 1,8 Millionen Migranten nach Europa gekommen. Experten zufolge handelt es sich um die größte Flüchtlingskrise seit dem Zweiten Weltkrieg.

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    Tags:
    Abkommen, Migranten, EUObserver, Hisham Bad, Naher Osten, Südasien, Zentralasien, Europa, Nordafrika, Ägypten, Türkei