Widgets Magazine
19:25 23 September 2019
SNA Radio
    Курильские острова

    „Wir machen keine Geschäfte um Territorien“ - Putin zu Kurilen-Streit

    © Sputnik / Sergei Krivosheev
    Politik
    Zum Kurzlink
    Östliches Wirtschaftsforum 2016 (12)
    162469
    Abonnieren

    Russland ist bereit zu Kompromissen im Kurilen-Streit mit Japan, wie der russische Präsident Wladimir Putin in einem Bloomberg-Interview sagte.

    „Moskau handelt nicht mit Territorien, ist aber bereit, nach einer Problemlösung zu suchen“, sagte Putin zum Thema Kurilen.

    Weder Russland noch Japan sollten sich nach einer Entscheidung über- oder unterlegen fühlen.

    Der Abschluss eines Friedensvertrages zwischen Russland und Japan sei allerdings von großer Bedeutung. „Wir wollen zusammen mit unseren japanischen Freunden eine Lösung finden“, betonte der russische Staatschef. Nachdem 1956 ein Abkommen zwischen Japan und der Sowjetunion verabschiedet worden war, hätte sich Japan geweigert, den Verpflichtungen nachzukommen. Die Sowjetunion habe erst daraufhin die Erfüllung der Vereinbarungen beendet. Vor mehreren Jahren habe Japan die russische Regierung darum gebeten, zu diesem Thema zurückzukehren.

    „Und wir haben das getan, wir sind auf eine Bitte der japanischen Kollegen eingegangen“, fügte Putin hinzu.

    Es sei sehr wichtig, das gegenseitige Vertrauen zwischen Russland und Japan zu festigen. In diesem Zusammenhang erwähnte Putin auch die historische Entscheidung über die Grenzfrage zwischen Russland und China. Nur dank dem gegenseitigen Vertrauen sei am 14. Oktober 2004 ein Abkommen zwischen Russland und China verabschiedet worden, laut dem die umstrittene Tarabarow-Insel und die Hälfte der Bolschoi Ussurijsk-Insel an China übergeben werden konnten. Die Verhandlungen sollen insgesamt 40 Jahre gedauert haben.

    Einen prinzipiellen Unterschied zwischen den Verhandlungen mit Japan und China gebe es jedoch: Die japanische Frage sei nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden und gesetzlich in entsprechenden Dokumenten fixiert worden. Die Diskussionen mit den „chinesischen Freunden“ hätten nichts mit dem Zweiten Weltkrieg oder anderen Militärkonflikten zu tun gehabt.

    „Falls die Folgen des Zweiten Weltkrieges von jemandem revidiert werden“, so Putin, „sollten dabei nicht nur auch Kaliningrad, sondern ebenso die östlichen Territorien Deutschlands, Lwiw, welches ein Teil Polens gewesen war, berücksichtigt werden“.

    Außerdem betreffe dies dann auch Ungarn und Rumänien. Ein solcher Ansatz würde eine „Büchse der Pandora“ öffnen.

    In dem Bloomberg-Interview verwies das russische Staatsoberhaupt darum auch auf die Bedeutung des Östlichen Forums, welches vor allem potentielle Partner und Investoren anlocke, die zur weiteren Entwicklung des Fernen Ostens beitragen würden.

    Russland ist Gastgeber des zweiten Östlichen Wirtschaftsforums vom 2. bis 3. September in Wladiwostok. Investoren aus aller Welt werden an der Pazifikküste ihre Projekte präsentieren. Laut dem russischen Ministerium für Entwicklung des Fernen Ostens sollen in Wladiwostok 161 Abkommen im Wert von 1,556 Billion Rubel (ca. 20,5 Milliarden Euro) unterzeichnet werden.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Themen:
    Östliches Wirtschaftsforum 2016 (12)

    Zum Thema:

    Putin wünscht sich verantwortungsbewussten US-Präsidenten
    Putin: Einigung mit USA zu Syrien naht
    Putin: Mehr Unabhängigkeit von USA kann Londons Beziehungen mit Moskau verbessern
    Supermoderne Sicherheitssysteme für Russlands Armeeobjekte auf Kurilen
    Russland will Kurilen mit moderneren Waffen schützen: „Absolut deutliches Signal“
    Tags:
    Freunde, Abkommen, Geschichte, Östliches Wirtschaftsforum, Zweiter Weltkrieg, Bloomberg, Wladimir Putin, Wladiwostok, Kurilen, Japan, Russland, China