13:34 31 März 2020
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    Kampf gegen den IS (813)
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    Die US-Luftangriffe im libyschen Sirte gegen die Stellungen der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS, Daesh) besitzen aus der Sicht des Völkerrechts keine rechtmäßige Grundlage, wie der Befehlshaber der nationalen Armee Libyens, Khalifa Haftar, im Interview mit der Agentur RIA Novosti erklärte.

    „Die (libysche – Anm. d. Red.) Regierung besitzt bislang keine Legitimität zur Ausübung ihrer Pflichten, und mir scheint, dass die USA die Schläge nicht auf Bitten dieser Regierung geführt haben, sondern eher aus eigenem Kalkül. Die Anfrage war eine reine Formalität“, erläuterte der General.

    Die USA haben ihm zufolge die IS-Ziele in der syrischen Mittelmeer-Hafenstadt Sirte bestimmt und die Notwendigkeit gesehen, sie zu vernichten. „Sie haben aus eigener Überzeugung gehandelt, ausgehend vom Schutz der nationalen Interessen der USA, denn der IS stellt eine Bedrohung für sie und für ihre Partner dar“, betonte Haftar.

    Die US-Luftwaffe hatte am 1. August im Auftrag der Regierung der Nationalen Einheit in Libyen erste Angriffe gegen IS-Kämpfer in Sirte geflogen. Die Bodenoperation führen seit Juni regierungstreue Einheiten aus der Stadt Misrata. Die von Haftar befehligte Armee ist ein Bündnispartner des Parlaments von Libyen, das die neue Regierung nicht unterstützt hat.

    Am 28. August leitete das libysche Militär die Befreiung der letzten zwei vom IS kontrollierten Zonen in Lande ein. Die Stadt Sirte wurde seit 13. Februar 2015 vom IS kontrolliert.

    Am 31. März 2016 nahm in Libyen die Regierung der Nationalen Einheit ihre Arbeit auf. Sie strebt den Erhalt der Integrität des Landes an, die seit der Absetzung von Muammar al-Gaddafi im Jahre 2011 stark gefährdet sei. Einzelne libysche Gebiete sind immer noch von IS-nahen Terrorgruppierungen besetzt.

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    Tags:
    Terrormiliz Daesh, Sirte, Libyen, USA