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    Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU)

    Streit um Freihandel: Merkel gegen Gabriel – „TTIP ist noch nicht gescheitert“

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    Streit um TTIP (78)
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    Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat in einem Interview mit der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ (WAZ) das Freihandelsabkommen TTIP verteidigt. Damit grenzt sie sich von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel ab.

    „Ich bin dafür, dass wir das Ende der Verhandlungen abwarten und dann eine Bewertung vornehmen“, sagte Merkel gegenüber dem Blatt.

    Die Bundeskanzlerin merkte dabei an, in vielen Mitgliedstaaten der EU gebe es eine hohe Arbeitslosigkeit. „Daher sollten wir alles, was Arbeitsplätze schaffen kann, unterstützen. Das Freihandelsabkommen gehört dazu“, gab sie an. Dies wisse auch der US-Präsident Barack Obama, mit dem Merkel beim G20-Gipfel in China gesprochen hatte.

    Mit der TTIP-Unterstützung grenzt Merkel sich von SPD-Chef Sigmar Gabriel ab, der das europäisch-amerikanische Freihandelsabkommen für „de facto gescheitert“ erklärt hatte. Der Wirtschaftsminister setzt sich allerdings weiterhin für das Abkommen Ceta zwischen der EU und Kanada ein.

    Die EU und die USA führen seit Juli 2013 Verhandlungen zum Transatlantischen Freihandelsabkommen. Nach Plänen der USA sollten sie noch vor Ende der Amtszeit des US-Präsidenten Barack Obama abgeschlossen werden. Mit TTIP soll die weltweit größte zollfreie Handelszone mit einem Verbrauchermarkt von rund 820 Millionen Menschen geschaffen werden. Neben den USA und der EU sollen auch Kanada, Mexiko, die Schweiz, Liechtenstein, Norwegen und Island sowie EU-Kandidatenländer an dem Abkommen beteiligt sein.

    Während den Verhandlungen sind bereits Hunderte Protestaktionen durchgeführt und Petitionen unterzeichnet worden.

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    Tags:
    Streit, Verhandlungen, TTIP-Abkommen, Sigmar Gabriel, Angela Merkel, Barack Obama, Europäische Union, Deutschland, USA