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07:35 14 Oktober 2019
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    In Ankara sammelten sich Menschen mit Flaggen auf der Straße und demonstrierten gegen den Putsch

    Österreichischer Honorarkonsul über Spannungen zwischen Ankara und Wien

    © AP Photo /
    Politik
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    Die Verschlechterung der Beziehungen zwischen Ankara und Wien nach dem Putschversuch in der Türkei im Juli und der nachfolgenden Rhetorik der österreichischen Politiker ist für beide Seiten schädlich, wie der österreichische Honorarkonsul im osttürkischen Izmir, Mustafa Ülkü Caner, in einem Sputnik-Interview sagte.

    „Die Spannungen in den türkisch-österreichischen Beziehungen schaden unseren freundschaftlichen Verbindungen, unseren Wirtschaftsbeziehungen sowie der wissenschaftlichen Kooperation“, sagte Caner. Es sei unzulässig, dass die kulturelle und wissenschaftliche Tätigkeit wegen politischer Differenzen gefährdet werde. „Eine weitere Zuspitzung des Konflikts ist sinnlos und gefährlich.“ 

    Die Beziehungen zwischen den beiden Staaten verschärften sich unter anderem wegen der Aussage des österreichischen Kanzlers Christian Kern, dass „die Türkei in der Europäischen Union nichts zu suchen hat“. Der letzte Tropfen war die jüngste Kundgebung in Wien zur Unterstützung der in der Türkei verbotenen und extremistisch geltenden Arbeiterpartei Kurdistans (PKK). Nach der Aktion berief die Türkei ihren Botschafter aus Wien ab und verbot den österreichischen Archäologen weitere Ausgrabungen in der antiken Stadt Efes, die innerhalb der vergangenen 100 Jahren durchgeführt wurden. 

    Caner zufolge soll sich Österreich einen besseren Aufschluss über die Ereignisse vom 15. Juli in der Türkei verschaffen, als Teile des türkischen Militärs die Macht im Land zu übernehmen versucht haben. „Alle demokratischen Kräfte, alle Seiten, die sich als Anhänger der europäischen Werte halten, sollen diesen Putschversuch verurteilen. Die Aktivitäten der Türkei in diesem Zusammenhang sollen mit Verständnis und unter Berücksichtigung der schweren innenpolitischen Lage wahrgenommen werden“, sagte der Botschafter. 

    „Man kann unterschiedliche Haltungen zu der Regierung und zum Präsidenten haben. Ich selbst bin Mitglied der oppositionellen Republikanischen Volkspartei (CHP). Das bedeutet aber nicht, dass man die Augen vor einem Versuch, die legitime Macht im Land gewalttätig zu stürzen, verschließen darf. Alle vernünftigen Menschen protestieren gegen solche Aktionen“. 

    „Ich habe vor den österreichischen Kollegen  betont, dass eine ausgewogenere und vorsichtigere Rhetorik gebraucht wird, um die Beziehungen wieder gut zu machen“, sagte Caner. 

     

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    Tags:
    gefährlich, Putschversuch, Spannungen, Republikanische Volkspartei (CHP), Arbeiterpartei Kurdistans (PKK), EU, Mustafa Ülkü Caner, Izmir, Efes, Türkei, Österreich