02:35 25 Februar 2020
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    Die US-Militärs sind daran gewöhnt, vor der sowjetischen und nun auch der der russischen Staatsgrenze provokativ vorzugehen, bis man sie zurechtweist. Das betont Wladimir Komojedow, einst Befehlshaber der russischen Schwarzmeerflotte und nun Chef des Duma-Ausschusses für Verteidigung.

    In einem Gastbetrag für die Tageszeitung „Iswestija“ beschäftigt sich Komojedow mit dem jüngsten Vorfall über dem Schwarzen Meer, als russische Su-27-Jäger alarmiert wurden, nachdem US-Spionageflugzeuge des Typs P-8 sich der russischen Staatsgrenze genähert hatten.

    Komojedow schreibt: „Die Gewohnheit, Unfug zu treiben und dabei zu glauben, ungestraft zu bleiben, war den US-Militärs immer eigen gewesen. Sie umgürteten die ganze Welt mit ihren Militärbasen, Aufklärungsstationen und Abhöranlagen – und wähnen sich nun als ‚großer Bruder‘ zu allem berechtigt, bis jemand ihnen in einer verständlichen Sprache klarmacht, dass es sich nicht gehört, Unfug zu treiben; bis man sie durch eine öffentliche Ohrfeige zurechtweist.“  

    Russisches Flugzeug fängt US-Aufklärungsjet über Schwarzmeer ab — Pentagon

    Zuvor habe die Sowjetunion die USA ab und zu entsprechend „zurechtgewiesen“. Ein Beispiel dafür sei etwa der Zwischenfall mit dem sowjetischen Wachschiff „Besawetny“ gewesen.  Dieses habe im Jahr 1988 den US-Lenkwaffenkreuzer „Yorktown“ aus den sowjetischen Hoheitsgewässern buchstäblich verdrängt, hieß es.

    Komojedow erläutert, zu jenem Zeitpunkt habe die Sowjetunion das UN-Seerechtsübereinkommen noch nicht ratifiziert, aber bereits signiert. Da diese Konvention in Ausnahmefällen eine friedliche Durchfahrt fremder Kriegsschiffe durch Hoheitsgewässer von Küstenstaaten erlaube, sei sie von der „Yorktown“ und dem Zerstörer „Caron“ als Deckmantel instrumentalisiert worden: Diese beiden US-Kriegsschiffe seien in sowjetische Gewässer vor der Krim eingelaufen.

    „Die sowjetischen ‚Besawetny‘ und ‚SKR-6‘ kamen, um sie abzufangen. Die Amerikaner weigerten sich hartnäckig, den Kurs zu ändern. Auf die Forderung, die sowjetischen Gewässer zu verlassen, antworteten sie, man habe gegen keine Regeln verstoßen“, so Komojedow. 

    Dann habe die „Besawetny“ den US-Kreuzer gerammt, dessen Beplattung beschädigt, die Reling zerstört und mehrere Startvorrichtungen für Seezielflugkörper ruiniert. Es sei zu einem Brand auf dem Kreuzer gekommen – erst danach habe dieser die sowjetischen Gewässer verlassen, hieß es weiter.

    Nach Vorfall mit russischem Kriegsschiff: „Zeigen die USA, wer der Herr im Haus ist?“

    Mehrzweck-Kampfjet Su-27
    © Sputnik / Witali Ankow
    „Das Gedächtnis der US-Generäle scheint ebenso kurz zu sein wie die Geschichte ihres Landes. Sie entsenden nun erneut Kriegsschiffe und Flugzeuge an unsere Grenzen, um Unfug zu treiben. Und wir sind gezwungen, ihnen klarzumachen, worum es geht. Das gelingt uns nicht schlecht, muss ich sagen“, so der Duma-Ausschusschef. 

    „Vom militärpolitischen Unfug der USA sind selbst ihre Verbündeten müde“, stellt Komojedow fest und verweist auf die jüngste Äußerung des philippinischen Präsident Rodrigo Duterte, der seinen US-Amtskollegen Barack Obama als „Hurensohn“ bezeichnet hatte.

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    Tags:
    U-Boot-Jagdflugzeug P-8 Poseidon, Su-27, Wladimir Komojedow, Russland, USA