Widgets Magazine
09:48 21 August 2019
SNA Radio
    Russische Kriegsschiffe in China feierlich empfangen

    Russland und China üben auf See: „Wegen zunehmender Aktivitäten der US-Navy“

    © Foto: Russlands Verteidigungsministerium
    Politik
    Zum Kurzlink
    Allianz von Russland und China (51)
    621711

    Während Kriegsschiffe aus Russland und China im Südchinesischen Meer gemeinsam üben, beschäftigen sich Experten mit den Zielen und politischen Hintergründen des Manövers.

    Russland hat zwei große U-Jagd-Schiffe, ein Landungsschiff sowie ein Schlepp- und ein Tankschiff zum Manöver entsandt. Der russische Militärexperte Konstantin Siwkow erläuterte für die Onlinezeitung vz.ru, mit diesen Kräften lasse sich beispielsweise ein amerikanisches Atom-U-Boote in einem Meeresgebiet von mehreren Dutzendtausend Quadratkilometern aufspüren und zerstören. Dem Verband stünden auch Seezielflugkörper des Typs Moskit zur Verfügung. Eine solche Rakete fliege dreimal so schnell wie der Schall und sei praktisch kaum abzufangen.  

    In Bezug auf die politische Bedeutung der Übungen sagte Siwkow, China nehme vor allem seine eigenen Interessen wahr: „Doch derzeit ist China das einzige Land, das russische Technologien und Rohstoffe braucht und dabei ein ausreichendes Potenzial verfügt, um Russland zu unterstützen. Und am wichtigsten ist, dass sich China real den USA entgegensetzt.“

    Maritimes Zusammenwirken 2016
    © Foto : Russlands Verteidigungsministerium
    Maritimes Zusammenwirken 2016

    Dmitri Mosjakow, Leiter der Südostasien-Studien am Orientalistik-Institut der Russischen Akademie der Wissenschaften, sagte der Onlinezeitung, die öffentliche Meinung in anderen Ländern der Region – wie etwa in Vietnam und auf den Philippinen – reagiere auf das Manöver gelassen. 

    Mehr zum Thema: China und USA auf Konfrontationskurs

    „In all diesen Ländern begreift man ausgezeichnet: Bei der realen Ursache der russisch-chinesischen Übungen handelt es sich um die zunehmenden Aktivitäten der US-Navy in der Region. In letzter Zeit hat etwa die Zahl von amerikanischen U-Booten dort deutlich zugenommen“, so Mosjakow. Das Manöver sei längst angekündigt worden, deshalb sähen die Nachbarländer keinen Zusammenhang mit den aktuellen Gebietsstreiten, hieß es. 

    Das Manöver Naval Interaction findet seit 2012 jährlich statt. Diesmal wird erstmals im Südchinesischen Meer geübt. Alexander Fedotenkow, Vizechef der russischen Kriegsmarine, betonte, das Manöver richte sich gegen keine Drittländer und ziele vor allem darauf ab, die Interessen der beiden beteiligten Länder zu verteidigen  und die Sicherheit im Weltmeer zu gewährleisten. Insbesondere gehe es um gemeinsame Aktivitäten gegen die Piraten. „Es ist sehr gut, wenn zwei Länder, zwei starke Großmächte zusammenwirken“, so Fedotenkow. 

    Russischer Verteidigungsminister: USA zerstören die Grundpfeiler der Weltordnung

    Unter anderem sollen die beteiligten Verbände dafür trainieren, ein von Piraten gekapertes Schiff zu befreien. Auch Such- und Rettungseinsätze auf See würden geübt. Geplant seien außerdem gemeinsame Schießübungen. Die Schlussphase beinhalte eine Luft- und Seelandung. Das am Montag gestartete Manöver soll eine Woche dauern. 

    Der chinesische Militärexperte Xie Yongliang schrieb in einem Kommentar für die Zeitung „Renmin Ribao“: „Im laufenden Jahr haben die chinesisch-russischen Marineübungen weltweit noch mehr Aufsehen erregt und werden im Internet rege diskutiert. Medien aus mehr als 40 Ländern und Regionen verfolgen die Übungen und berichten darüber. Darüber hinaus sind U-Boote aus drei Ländern ‚ohne Einladung‘ eingetroffen (…) Das Manöver soll die Zusammenarbeit Russlands und Chinas gegen verschiedene Herausforderungen im Sicherheitsbereich ausbauen. All dies ist von sehr großer Bedeutung für die Festigung der Marine-Kooperation  der beiden Länder.“

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Themen:
    Allianz von Russland und China (51)

    Zum Thema:

    Australien neugierig auf russisch-chinesische Seemanöver im Südchinesischen Meer
    Russland und China planen Manöver: „Sich dem Druck der USA gemeinsam entgegensetzen“
    Russland und China planen für September gemeinsames Manöver im Südchinesischen Meer
    Tags:
    Maritimes Zusammenwirken 2016, Xie Yongliang, Dmitri Mosjakow, Alexander Fedotenkow, Konstantin Siwkow, Philippinen, Vietnam, USA, Russland, China