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    Schiffe der iranischen Kriegsmarine

    US-Spionage gegen Iran: Warum Amerika Teheran provoziert - Experte

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    In letzter Zeit kommt es immer häufiger zu Vorfällen zwischen den USA und dem Iran in der Nähe der iranischen Grenze. Mit diesen Provokationen will Amerika die Kampfbereitschaft des Iran prüfen, wie der Chefredakteur der Zeitung „Iran Press“, Emad Abshenass, gegenüber Sputnik sagte.

    Bei dem jüngsten Zwischenfall am vergangenen Samstag hatte der Iran mit dem Abschuss zweier US-Aufklärungsflugzeuge gedroht. Eine P-8 Poseidon sowie eine EP-3 Eries  befanden sich laut dem TV-Sender Fox News 13 Meilen von der iranischen Küste entfernt, wobei sich die Hoheitsgewässer des Landes bis auf 12 Meilen vor der Küste erstrecken. Die amerikanischen Maschinen setzten demnach trotz Warnungen ihren Flug im internationalen Luftraum fort, aber immer noch nahe am iranischen Territorium.

    Den USA sind bei ihrer Aufklärungstätigkeit in Bezug auf den Iran alle Mittel recht, ist Abshenass überzeugt.

    „Nach der Unterzeichnung des historischen Abkommens über das iranische Atomprogramm versuchen die Amerikaner mit ausgeklügelten Mitteln den Iran zu harten Gegenaktionen zu provozieren“, so der Journalist.

    „Ihnen ist wichtig, herauszufinden, wie der Iran auf verschiedene Provokationen und Herausforderungen reagieren wird, und zugleich sicherzugehen, dass der Iran auf seine Taktik des sogenannten ‘Widerstandes gegen die USA’ verzichtet hat.“

    Genau deshalb griffen die USA auf solche Tricks zurück. „Es ist kein Geheimnis, dass das Hauptziel der USA in dieser Frage die Spionage ist. Sie wollen die Kampfbereitschaft des Iran für den Fall einer Konfrontation testen“, so der Chefredakteur weiter. Doch das iranische Militär sei sich dessen bewusst und würde bei Bedarf auch entsprechend reagieren.

    Was die Äußerungen mancher US-Militärs angehe, die die Warnungen der iranischen Seite als „unprofessionelles Verhalten“ bezeichnen, so empfiehlt der Journalist, sich einmal eine „umgekehrte Situation“ vorzustellen:

    „Stellen Sie sich vor, dass iranische oder russische Flugzeuge ein gleiches Manöver in den Hoheitsgewässern oder im Luftraum der USA unternehmen würden. Würden die US-Streitkräfte dabei ein Auge zudrücken und tatenlos zusehen?“

    Aus Sicht des Experten gibt es für die USA keine Barrieren auf dem Weg zu ihrem Ziel: Amerika sei bereit, seine Technik und gegebenenfalls sogar Besatzungen zu opfern. Einen solchen Fall habe es in der Vergangenheit schon gegeben.

    „US-Aufklärungsdrohnen waren in den iranischen Luftraum eingedrungen. Die iranischen Sicherheitskräfte schossen diese ab, dabei machten sie es äußerst gekonnt, um später Kopien von den Drohnen anzufertigen.“ Später habe US-Präsident Obama die Iraner aufgefordert, die Reste der abgeschossenen Drohnen an die USA zurückzugeben. Der Iran habe dies nicht nur abgelehnt, sondern auch eine der Kopien an Russland übergeben.

    Der Zwischenfall mit den US-Aufklärungsflugzeugen vom Samstag ist nur einer von vielen. Vor einigen Wochen war eine „unsichtbare“ US-Drohne im Osten des Iran gesichtet worden. Nach einer Warnung soll die Drohne, die wahrscheinlich auf einer Aufklärungsmission gewesen war, den iranischen Luftraum verlassen haben.

    Ein weiterer Vorfall ereignete sich Ende August in der Straße von Hormus, als ein US-Patrouillenboot Warnschüsse auf ein iranisches Militärschiff abgab. Nach US-Darstellung reagierte ein US-Marineschiff damit auf eine „gefährliche und unprofessionelle“ Annäherung eines iranischen Schnellbootes.

    Mitte Januar 2016 waren zwei US-Marineboote auf dem Weg von Kuwait nach Bahrein in die Hoheitsgewässer des Iran eingelaufen und wurden daraufhin festgesetzt. Im selben Monat filmte eine iranische Aufklärungsdrohne einen US-Flugzeugträger bei den iranischen Marine-Übungen im Persischen Golf.

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    Tags:
    Aufklärungsflugzeuge, Spionage, Provokationen, Kampffähigkeit, Persischer Golf, USA, Teheran, Iran