18:35 21 November 2019
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    Italien: Unnötig militarisiertes Land am Gängelband der USA - Dokumentarfilmautor

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    Das mit Nato-Basen vollgestopfte Italien befindet sich am Gängelband der USA. Liegen die ständigen Militärmanöver an den Grenzen zu Russland und kostspielige Militäreinsätze in verschiedensten Teilen der Welt im Interesse Europas und der Apenninen? Darüber sprach die Agentur Sputnik mit dem italienischen Dokumentalisten Fulvio Grimaldi.

    „Wir wurden ein Opfer der Selbstbeschränkungen entgegen den eigenen Interessen, Europa martert sich selbst“, sagte Grimaldi zu Sputnik.

    Italien habe im Interesse der USA Sanktionen gegen Russland verhängt, die weniger Moskau als den italienischen Landwirten und der italienischen Industrie geschadet hätten, deren Wirtschaftslage sehr schwierig sei.

    Wie er sagte, ist Italien ein militarisiertes Land, hier gibt es etwa 90 US-Militärbasen, dazu kommen  noch alle eigenen italienischen, über die die Nato und demnach die USA verfügen. Das sei eine sehr große Belastung für die Wirtschaft Italiens zu Ungunsten des Baus von Krankenhäusern und Schulen, der Entwicklung der Territorien, klagt der Dokumentalist. Zudem würden diese Militärbasen für Italien auch das Risiko in sich bergen, eine Zielscheibe für jene Länder zu werden, die sich gegen eine Aggression der Nato wehren wollen, deren Mitglied Italien sei.

    Auf Sizilien besitzen die USA ihm zufolge Radar- und Sendeanlagen des neuen Satellitenkommunikationssystems MUOS, von denen aus das US-Militär verschiedenste Kampfhandlungen in Afrika und im Nahen Osten führen kann. Für Sizilien bedeute das eine enorme Belastung für seine Sozialsphäre und die Industrie. Auf Sardinien befinde sich eine weitere US-Basis, wo alle Hersteller von Militärtechnik für die Nato neue Waffen testen würden, was die Umwelt verschmutze und die Gesundheit der Bevölkerung gefährde.

    „Der wirtschaftliche Schaden ist ebenfalls enorm. Die Nato-Militäroperationen in aller Welt kosten das Verteidigungsministerium Italiens etwa 55 Millionen Euro im Jahr. Bedenkt man zudem die Ausgaben anderer italienischer Ministerien, so sind es bis zu 80 Millionen Euro im Jahr. Das ist der Beitrag eines Landes, das in keiner Weise an Militäreinsätzen in keinem Land der Welt interessiert ist, weil es von niemandem bedroht wird“, so Fulvio Grimaldi.

    Wie er ferner sagte, war die militärische Kontrolle der Vereinigten Staaten über das italienische Territorium, die auch mit einer politischen Kontrolle einhergeht, nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden und hat dazu geführt, dass das Land seine Eigenständigkeit eingebüßt hat.

    „Leider sehe ich keinen Anlass für Optimismus in dieser Situation. Ich beobachte das Bewusstwerden eines derartigen Untergeordnet-Seins, des Verstehens, dass uns eine solche aggressive Nato-Strategie ins Verderben führt, in verschiedensten EU-Ländern. Deshalb möchte ich hoffen, dass auch unsere Behörden darüber nachdenken und hinsichtlich der Allianz eine andere Politik wählen werden“, sagte der italienische Dokumentalist abschließend.

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    Tags:
    NATO, Fulvio Grimaldi, Russland, Italien