03:51 25 September 2018
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    Syrien: Washington soll das Feld räumen und Moskau überlassen – US-Experte

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    Politik
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    Regelung der Syrien-Krise (2016) (515)
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    Die USA sollen in Syrien Russland die Kontrolle überlassen und das Feld räumen, schreibt der US-amerikanische Militärexperte Enea Gjoza in seinem Gastbeitrag für „The National Interest“. Dieser Schritt ist laut dem Experten vom Think-Tank „Defence Priorities“ zum Schutz amerikanischer Interessen notwendig.

    Die von Russland und den USA ausgehandelte Feuerpause in Syrien lasse vorsichtig auf eine politische Regulierung des seit fünf Jahren andauernden Konflikts hoffen. Es sei jedoch kaum zu erwarten, dass der Waffenstilstand lange halten und eines der zentralen Ziele Washingtons – der Kampf gegen den IS – erreicht werde, schreibt der Militärexperte. „Weder Luftschläge noch die Kämpfer am Boden werden Washington helfen, den IS zu besiegen“, ist Gjoza überzeugt.

    Die US-amerikanische Syrien-Politik sei von Anfang an widersprüchlich: Die USA fordern weiterhin den Rücktritt Baschar al-Assads, während jene Gruppierungen, die gegen den amtierenden syrischen Präsidenten kämpfen, radikale Islamisten und Anti-Amerikanisten seien, betont der Politologe.

    Die Vereinigten Staaten ignorierten diese Tatsache seit Jahren und bewaffneten die „gemäßigte“ Opposition weiter. Derweil seien die US-unterstützten Gruppen bereits mehrmals zum syrischen Al-Qaida-Ableger, der Al-Nusra-Front, übergelaufen oder hätten US-Waffen an die Terroristen übergeben.

    „Die USA haben die anfänglichen Unruhen in Syrien in eine mörderische Sackgasse verwandelt, indem sie die Opposition, trotz deutlicher Anzeichen für die Stabilität des Regimes Assads, unterstützten und bewaffneten“, erklärt der Beobachter. Auf diese Weise hätten die USA Syrien zerstört und die Millionen von Flüchtlingen verursacht.

    Und nach dem Luftwaffeneinsatz der Russen gegen den Islamischen Staat im letzten Jahr seien die Chancen auf einen Rücktritt Assads nahezu gleich null, bekräftigt Gjoza. Die USA seien wegen Moskaus Operation in einer schwierigen Lage.

    Ein möglicher Ausweg sei eine militärische Einmischung, um die Krise zu Washingtons Bedingungen zu regulieren. Eine Invasion sei in praktischer Hinsicht jedoch unvernünftig, und Washington sei sich dessen bewusst. Die USA hätten beschlossen, dass Syrien für sie kein ausreichendes strategisches Interesse darstelle, um solche Verluste auf sich zu nehmen, schreibt der Politologe.

    Die Alternative: Den Status-quo aufrechterhalten und die „Opposition“ unterstützen. „Doch solange in Syrien Bürgerkrieg herrscht, bleibt die Nation gespalten und im Land herrscht weiter Anarchie“, mahnt der Experte.

    Deshalb die Lösung: Washington müsse auf seine gegenwärtige Politik verzichten und Moskau das Feld überlassen, weil Russland seine unerschütterliche Entschlossenheit, Damaskus zu unterstützen, demonstriert habe. Zudem sollten die USA öffentlich erklären, dass sie die Unterstützung der Opposition einstellen, und ihre Luftstreitkräfte abziehen, rät der Militärexperte.

    Dieses Szenario wäre für die USA zwar unangenehm, habe jedoch mehrere Vorteile: Die USA beenden eine teure und zum Scheitern verurteilte Kampagne. „Sie können die Last des Wiederaufbaus ihrem Gegner – Russland – aufbürden, und Assad dazu zwingen, gegen den IS zu kämpfen“, unterstreicht der Politikberater. Wenn die syrischen Regierungstruppen die Bodenoffensive für sich entscheiden, werden sie auch den IS aus Syrien vertreiben können, ist Gjoza überzeugt. Dies wiederrum werde der irakischen Führung helfen, die Kontrolle über ihr Land wiederzuerlangen.

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    Waffenstillstand, Al Nusra-Front, Baschar al-Assad, Enea Gjoza, Syrien, Russland, USA