07:23 25 Juni 2017
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    Die USS Peterson (DD-969) der United States Navy (im Hintergrund) , das sowjetische Aufklärungsschiff SSV-506 Nachodka , das sowjetische atomgetriebene Jagd-U-Boot K-324 (im Vordergrund)

    Reiche Beute vor US-Küste: Wie sowjetisches U-Boot die Navy überraschte

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    Das war eine spektakuläre Episode des Kalten Krieges: Ein US-Schiff testete vor seiner Küste ein neues Sonarsystem gegen sowjetische U-Boote, entdeckte aber ein solches U-Boot, das sich in unmittelbarer Nähe befand, nicht. Die Situation spitzte sich zu, doch letztendlich trugen die Sowjets eine beeindruckende Beute davon.

    Wie der russische TV-Sender Swesda in seiner Onlineausgabe berichtet, hatte die amerikanische Fregatte USS McCloy im Jahr 1983 vor der atlantischen US-Küste mit den Tests einer neuen hydroakustischen Schleppantenne begonnen. Das war ein langes Kabel mit Sonar-Ausrüstungen. Das Atom-U-Boot  USS Philadelphia hielt sich in der Nähe auf, um die Fregatte zu schützen.

    Die Amerikaner wussten allerdings nicht, dass sich auch das sowjetische atomgetriebene Jagd-U-Boot K-324 der Schtschuka-Klasse dort versteckt hielt, und zwar greifbar nahe. Ein Teil des Kabels wickelte sich sogar zufällig um die Schraube des sowjetischen U-Bootes.

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    Die Besatzung von K-324 begriff nicht sofort, was passiert war. Um zu klären, was das Boot an einer Weiterfahrt hinderte, befahl der sowjetische Kommandeur das Auftauchen. Erst dann stellte sich heraus, dass das U-Boot strenggeheime US-Ausrüstungen mit sich schleppte.

    Der damalige US-Präsident Ronald Reagan wurde, so der Bericht weiter, über den Zwischenfall informiert. Er hielt die Nachricht zunächst für einen Scherz, doch dann wurden zwei US-Zerstörer alarmiert und trafen schnell vor Ort ein.

    Die Amerikaner wollten ihre Ausrüstungen zurück. Die Sowjets versuchten indes, das U-Boot zu retten: Von Kuba aus eilte das Rettungsschiff Aldan zu Hilfe. Der Kommandeur der K-324 machte sich darauf gefasst, das U-Boot zu sprengen, falls die Amerikaner es zu entern versuchen sollten. Die Situation wurde nahezu tragikomisch, als auch die USS Philadelphia sich an dem Kabel festhakte.

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    Letztendlich wurde K-324 an die kubanische Küste geschleppt – die sowjetische Marine konnte ihre Beute behalten. Das war ein unglaublicher Glücksfall: Nun lagen den Sowjets brandneue US-Ausrüstungen für die U-Boot-Jagd vor. Nicht weniger wichtig war aber die Tatsache, dass es dem sowjetischen U-Boot so überzeugend gelungen war, die gegnerischen Sonare zu täuschen und direkt an die US-Fregatte heranzukommen.

    Der russische Marineexperte Eduard Owetschkin sagte dem Sender: „Solche U-Boote sind leise – sie wurden nach einem bestimmten Prinzip gebaut. Nicht zu vergessen ist aber auch, dass die Besatzung sozusagen gewisse Arbeits-Algorithmen hat, um jene Meeresgebiete zu passieren, wo sich Ortungssysteme befinden.“

    Mittlerweile sind auch russische U-Boote in abgelegenen Meeresgebieten aktiv. Der russische Militärexperte Alexej Leonkow kommentierte: „Modernisiert werden nicht nur ihre Waffen, sondern auch ihre Ortungssysteme. Infolge der Modernisierung sollen auch ihre Betriebsgeräusche reduziert werden, die die U-Boote auffällig machen.“

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    Tags:
    Waffen, Jagd-U-Boot K-324, USS Philadelphia, USS McCloy, Alexej Leonkow, Eduard Owetschkin, Ronald Reagan, Atlantik, Sowjetunion, USA
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