20:15 27 März 2017
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    Die USS Peterson (DD-969) der United States Navy (im Hintergrund) , das sowjetische Aufklärungsschiff SSV-506 Nachodka , das sowjetische atomgetriebene Jagd-U-Boot K-324 (im Vordergrund)

    Reiche Beute vor US-Küste: Wie sowjetisches U-Boot die Navy überraschte

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    Das war eine spektakuläre Episode des Kalten Krieges: Ein US-Schiff testete vor seiner Küste ein neues Sonarsystem gegen sowjetische U-Boote, entdeckte aber ein solches U-Boot, das sich in unmittelbarer Nähe befand, nicht. Die Situation spitzte sich zu, doch letztendlich trugen die Sowjets eine beeindruckende Beute davon.

    Wie der russische TV-Sender Swesda in seiner Onlineausgabe berichtet, hatte die amerikanische Fregatte USS McCloy im Jahr 1983 vor der atlantischen US-Küste mit den Tests einer neuen hydroakustischen Schleppantenne begonnen. Das war ein langes Kabel mit Sonar-Ausrüstungen. Das Atom-U-Boot  USS Philadelphia hielt sich in der Nähe auf, um die Fregatte zu schützen.

    Die Amerikaner wussten allerdings nicht, dass sich auch das sowjetische atomgetriebene Jagd-U-Boot K-324 der Schtschuka-Klasse dort versteckt hielt, und zwar greifbar nahe. Ein Teil des Kabels wickelte sich sogar zufällig um die Schraube des sowjetischen U-Bootes.

    Mehr zum Thema: Neue russische U-Boote sollen Satelliten abschießen können

    Die Besatzung von K-324 begriff nicht sofort, was passiert war. Um zu klären, was das Boot an einer Weiterfahrt hinderte, befahl der sowjetische Kommandeur das Auftauchen. Erst dann stellte sich heraus, dass das U-Boot strenggeheime US-Ausrüstungen mit sich schleppte.

    Der damalige US-Präsident Ronald Reagan wurde, so der Bericht weiter, über den Zwischenfall informiert. Er hielt die Nachricht zunächst für einen Scherz, doch dann wurden zwei US-Zerstörer alarmiert und trafen schnell vor Ort ein.

    Die Amerikaner wollten ihre Ausrüstungen zurück. Die Sowjets versuchten indes, das U-Boot zu retten: Von Kuba aus eilte das Rettungsschiff Aldan zu Hilfe. Der Kommandeur der K-324 machte sich darauf gefasst, das U-Boot zu sprengen, falls die Amerikaner es zu entern versuchen sollten. Die Situation wurde nahezu tragikomisch, als auch die USS Philadelphia sich an dem Kabel festhakte.

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    Letztendlich wurde K-324 an die kubanische Küste geschleppt – die sowjetische Marine konnte ihre Beute behalten. Das war ein unglaublicher Glücksfall: Nun lagen den Sowjets brandneue US-Ausrüstungen für die U-Boot-Jagd vor. Nicht weniger wichtig war aber die Tatsache, dass es dem sowjetischen U-Boot so überzeugend gelungen war, die gegnerischen Sonare zu täuschen und direkt an die US-Fregatte heranzukommen.

    Der russische Marineexperte Eduard Owetschkin sagte dem Sender: „Solche U-Boote sind leise – sie wurden nach einem bestimmten Prinzip gebaut. Nicht zu vergessen ist aber auch, dass die Besatzung sozusagen gewisse Arbeits-Algorithmen hat, um jene Meeresgebiete zu passieren, wo sich Ortungssysteme befinden.“

    Mittlerweile sind auch russische U-Boote in abgelegenen Meeresgebieten aktiv. Der russische Militärexperte Alexej Leonkow kommentierte: „Modernisiert werden nicht nur ihre Waffen, sondern auch ihre Ortungssysteme. Infolge der Modernisierung sollen auch ihre Betriebsgeräusche reduziert werden, die die U-Boote auffällig machen.“

    Zum Thema:

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    Waffen, Jagd-U-Boot K-324, USS Philadelphia, USS McCloy, Alexej Leonkow, Eduard Owetschkin, Ronald Reagan, Atlantik, Sowjetunion, USA
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    Alle Kommentare

    • avatar
      otto-remagen
      Ob zu Land , Luft , unter oder auf dem Wasser . Ausspähen , austesten , gestern , heute und morgen . Geheim halten oder im Krieg der Medien ausnutzen . Jeder Fall wird zur Gefahr eines Krieges , wenn Einem die Nerven durchgehen oder die Technik versagt . Provokatorische Annäherung an den "Feind" oder professionelles abdrängen vom auszuspionierendem Ziel . Dieser Kreislauf des Wahnsinns scheint nie zu enden . Wie lange wollen sich die Menschen das noch ansehen ? Ich schätze die russische Seite als die mit mehr Verantwortung , Professionalität und Augenmaß , ohne Cowboy Mentalität .
    • zivilistAntwort anotto-remagen(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      hallo otto-remagen,

      da bin ich einer Meinung mit ihnen einer Meinung !

      Wir Zivilisten müssen diesen Strippenziehern auf die Finger klopfen, jeder seinen, sonst müssen wir uns bis zum Ende unserer Tage für sie krummarbeiten.

      Miteinander reden ist das wichtigste, keine 'andere Seite' akzeptieren.
    • altes.fachbuchAntwort anotto-remagen(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      otto-remagen,
      "Ich schätze die russische Seite als die mit mehr Verantwortung , Professionalität und Augenmaß , ohne Cowboy Mentalität ."
      und genau das ist ihre schwäche!!!
      was ist aus der einen wochen waffenruhe in syrien geworden??
      das getue als moralischer sieger hilft denen nicht weiter. deshalb muss man schon kleinigkeiten der amis beantworten oder zeigen, dass man vorbereitet oder besser ist!! das ist ein grundprinzip der militärischen disziplin!!!
      der feind lässt doch nicht von dir ab, nur weil du verantwortungsbewusst, professionell bist und augenmaß hast??
    • sieben.worte
      Die Sowjetunion - nachdem Stalin alles in die richtige Richtung gelenkt hat nach dem Kirow-Mord-war ein guter Versuch, die Ziongeldmacht zu vernichten. Leider ist es der City of London gelungen, das Deutsche Reich auf die Sowjetunion zu hetzen. Der grösste Fehler der Geschichte. Beide haetten weiter daran arbeiten müssen, das Geld der Zionisten zu vernichten. Denn Zwist wird immer von diesen Satanisten gestiftet.
    • avatar
      Schlußfolgerer
      So ist es richtig:
      Stänkerern, wie Jens Jakob, Anja Stein oder HSV Fan nicht beachten und nicht antworten.
    • HSV Fan
      Das haben wir schon ein mal bei Sputnik gelesen. Wie oft werden solche Artikel wiederholt??
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