02:18 07 Dezember 2019
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    93 Prozent der Deutschen geben Merkel Schuld an CDU-Wahldesaster - Fernsehumfrage

    © AFP 2019 / CHRISTOF STACHE / AFP
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    Herbst-Wahlen 2016 in Berlin und MeckPomm (63)
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    Bei der Wahl in Berlin hat die CDU mit 17,6 Prozent wohl am Schlechtesten seit ihrem Bestehen abgeschnitten und ist somit de facto aus der Koalition geflogen. Laut einer Umfrage des Senders n-tv geben rund 93 Prozent der Deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel die Schuld dafür.

    Nur sieben Prozent der Befragten sehen das Scheitern der CDU dabei als Folge von Fehlern der Berliner Parteispitze. Auch die Bundeskanzlerin selbst hatte heute bei einem Live-Interview eine Mitverantwortung für die Niederlage übernommen. Das Ergebnis sei „sehr bitter“, als Parteivorsitzende sei sie dafür aber mitverantwortlich.

    Eine Ursache für das schlechte Abschneiden sei, dass das Ziel und die Richtung der Flüchtlingspolitik nicht ausreichend erklärt worden seien. Ihren Satz "Wir schaffen das" wolle sie wohl kaum wiederholen, da er "beinahe zu einer Leerformel“ geworden sei, fügte sie hinzu.

    Als die CDU bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern den Kürzeren gegen die „Alternative für Deutschland“ (AfD) zog und auf Platz drei landete, hatte die Kanzlerin ebenfalls eine Mitverantwortung dafür eingeräumt.

    Bei der Wahl am Sonntag hatten die Berliner die Große Koalition abgewählt. Die stärkste Kraft in der deutschen Hauptstadt ist demnach die SPD des regierenden Bürgermeisters Michael Müller geblieben, obwohl sie mit 21,6 Prozent ihr bislang schlechtestes Ergebnis erzielte.

    SPD-Vorsitzender Sigmar Gabriel und Bürgermeister von Berlin, Michael Müller
    © REUTERS / Hannibal Hanschke

    Der bisherige Koalitionspartner CDU kam aber auf nur noch 17,6 Prozent der Stimmen. Die AfD erreichte vorläufig 14,2 Prozent und wird damit fünftgrößte Kraft im künftigen Sechs-Parteien-Parlament. 

    Im Osten Berlins gewann die AfD fünf Direktmandate. Auf Platz drei kam in Berlin die Linkspartei mit 15,6 Prozent. Die Grünen lagen mit 15,2 Prozent knapp dahinter. Nach fünf Jahren Abwesenheit schaffte die FDP mit 6,7 Prozent der Wählerstimmen den Wiedereinzug ins Abgeordnetenhaus. Die Wahlbeteiligung lag in diesem Jahr bei 66,8 Prozent.

     

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