14:14 20 Januar 2020
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    Trotz der immer deutlich werdenden Meinungsunterschiede zwischen Angela Merkel und Horst Seehofer, in erster Linie hinsichtlich der Flüchtlingspolitik, hält der namhafte Politologe Alexander Rahr eine Trennung der CSU von der CDU für unwahrscheinlich.

    Angesichts der immer näher heranrückenden Bundestagswahlen würden allerdings die Streitereien in der Regierungskoalition weiter zunehmen, äußerte Rahr bei einer von Sputnik organisierten Direktschaltung  Berlin – Moskau. Jede Partei sei bemüht, ihre Positionen im Vorfeld der Wahlen zu stärken.

     „Wir gehen langsam in diesen Wahlzyklus hinein. In der Regierung werden neue Konflikte entstehen, die Deutschland in den nächsten Monaten, wo wichtige Gesetze beschlossen werden und starke Politik gefragt ist, nicht unbedingt stabilisieren werden.“

    Eine eventuelle Trennung der CSU von der Schwester-Partei hält der Forschungsdirektor des Deutsch-russischen Forums für möglich, aber nicht wahrscheinlich. „Dies würde bedeuten, dass es eine Fragmentierung des Mitte-Rechts-Lagers in Deutschland geben wird. Wir haben diesen Bruch im linken Lager gesehen, als die Linke immer stärker wurde und sich von der SPD distanzierte.“

    Das werde aber auch bedeuten, so der Politologe, dass die CDU nicht mehr die Rolle der Volkspartei in Zukunft übernehmen könne. Horst Seehofer werde seine Interessen innerhalb der CSU durchsetzen wollen, um seine Stärke zu beweisen. „Das heißt nicht, dass die beiden Parteien gegeneinander kämpfen werden, bloß wird die CSU versuchen, den Wahlkampf in ganz Deutschland zu führen, separat anzutreten und die CDU zu überholen und dann möglicherweise, wobei das natürlich eine Träumerei und Illusion sind, vielleicht auch den Kanzler zu stellen.“

    Aus heutiger Sicht sei eine Spaltung völlig unrealistisch, ist sich Rahr sicher.

    Viele denken, dass es zu einer neuen Koalition kommen könnte, fügte der Politikwissenschaftler hinzu, wo vielleicht die Grüne Partei, die an die Macht zurück wolle, in die Regierung hineinkomme. Angesichts der Stärke der AfD, die wahrscheinlich über zehn Prozent auf der Bundesebene erreichen könne, sei auch eine rot-rot-grüne Koalition durchaus möglich. „Das war vor drei Jahren möglich, aber von den Anführern dieser Parteien nicht gewollt.“

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    Tags:
    CSU, CDU, Alexander Rahr, Horst Seehofer, Angela Merkel, Deutschland