07:23 25 Juni 2017
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    Rodrigo Duterte

    „F*ck you, EU”: Philippinischer Präsident streckt Stinkefinger gen Westen

    © AFP 2017/ TED ALJIBE
    Politik
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    Nach dem Papst und US-Präsidenten Barack Obama ist nun auch die Europäische Union dran: Mit „F**** euch“ und ausgestrecktem Mittelfinger ist der Philippinische Staatschef Rodrigo Duterte einer Resolution des EU-Parlaments entgegnet.

    ​„Ich habe die Resolution der EU gelesen. Und ich sage euch — f*ck you“, kommentierte Duterte das Dokument vom 15. September, in welchem die EU-Parlamentarier ihre Sorge über die hohe Zahl von in Polizeigewahrsam umgekommenen Drogenverdächtigen aus den Philippinen zum Ausdruck bringen.

    Die EU ermahnt die Regierung Dutertes zudem, bei dem Anti-Drogen-Programm die Menschenrechte einzuhalten, und fordert eine Untersuchung der Todesfälle.

    Laut Duterte versuchen die europäischen Länder damit aber nur ihre eigene Schuld an „den im Nahen Osten begangenen Sünden“ in den Hintergrund rücken zu lassen.

    Duterte ist als Hardliner bekannt. Kurz nach seinem Amtsantritt Ende Juni hatte der neue Staatschef die Bevölkerung dazu aufgerufen, Drogenabhängige eigenhändig umzubringen. In seiner Wahlkampagne hatte er angekündigt, als Präsident die Todesstrafe auf den Philippinen wieder einzuführen und der Polizei zu erlauben, Kriminelle gezielt zu erschießen. Nach Polizeiangaben sind bereits mehr als 600 mutmaßliche Dealer ermordet worden.

    Anfang September hatte Duterte bei einer Pressekonferenz vor seiner Reise zum Ostasien-Gipfel in Laos geäußert, dass er vom US-Präsidenten Barack Obama keine Belehrungen in Bezug auf die Einhaltung der Menschenrechte hören wolle. „Ich bin Präsident eines souveränen Staates und wir sind seit langem keine Kolonie mehr. Das philippinische Volk ist meine einzige Autorität. Sie müssen Respekt zeigen. Putangina, ich werde dich beim Forum verfluchen“, sagte Duterte. „Putangina“ bedeutet auf Tagalog „Hurensohn“. Am selben Tag beschimpfte er auch UN-Generalsekretär Ban Ki-moon als Dummkopf, da dieser sich ebenfalls wegen der Menschenrechtsverstöße im Land besorgt zeigte.

    2015 hatte Duterte auch den Papst einen Hurensohn genannt, weil er bei dessen Besuch in Manila stundenlang im Stau stehen musste.

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