19:19 13 Dezember 2018
SNA Radio
    Ein Regenschirm mit CDU-Symbolik

    Dresdner Kommunalpolitiker tritt aus CDU aus: „Ist allein die Schuld von Frau Merkel“

    © AFP 2018 / John Macdougall
    Politik
    Zum Kurzlink
    171460

    Der Kommunalpolitiker Dr. Maximilian Krah ist aus der Dresdner CDU ausgetreten. Grund ist die Flüchtlingspolitik der Bundeskanzlerin. Diese könne er nicht weiter unterstützen: „Sie ist gefährlich für das ganze Land“, erklärte Krah gegenüber Sputnik.

    Der Austritt des 37-jährigen Rechtsanwalts überrascht im ersten Moment. Denn Dr. Krah wollte ursprünglich im kommenden Jahr bei der Bundestagswahl für die Christdemokraten in Dresden kandidieren. Daraus wird nichts mehr: „Weil ich erkennen musste, dass es in der CDU keine Möglichkeit mehr gab, meine politischen Ideen und Überzeugungen durchzusetzen“, begründet der promovierte Jurist seinen Schritt.

    Der entscheidende Grund für den Austritt sei die Flüchtlingspolitik der Bundeskanzlerin. Diese wäre ihm schon im vergangenen Jahr ein großer Dorn im Auge gewesen. Er habe seit Mitte 2015 auf die Folgen des Zustroms aufmerksam gemacht – auch öffentlich. Seine Unzufriedenheit gipfelte laut Krah dann nach Merkels Reaktion auf das Ergebnis der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern: Im Heimatland der Kanzlerin hatte die AfD die CDU überholt. Trotzdem kündigte die Kanzlerin an, an ihrem Kurs in der Flüchtlingspolitik, der für das Land gefährlich sei, festzuhalten. „Damit musste ich gehen, wenn ich meine Glaubwürdigkeit erhalten wollte“, erklärt der fünffache Vater. 

    Die Gefahr sieht Krah vor allem im ungehinderten Flüchtlingseinzug: „Es wird dasselbe passieren wie in Frankreich und Belgien. Wir werden ethnisch abgeschlossene Wohnviertel haben, in denen sich Parallelgesellschaften entwickeln“, befürchtet der Ex-CDU-Mann. „Diese Parallelgesellschaften sind Rückzugsorte für organisierte Kriminalität und islamistischen Extremismus.“

    Ein Mittel, um diese Entwicklung zu stoppen, hat Krah auch zur Hand: Die Grenze dürfe nur der passieren, wer vorher überprüft wurde und eine Einreiseerlaubnis habe. Das sei nichts Besonderes, die gesamte Welt mache es so. „Nur in Deutschland reicht es aus, dass man irgendwie an die Grenze kommt, das Wort Asyl spricht und schon wird man hineingelassen“, erzürnt sich der 37-jährige. Für ihn sei das der entscheidende Fehler: Wer einmal im Land sei und Zugang zu den Sozialsystemen habe, werde alles tun, um im Land zu bleiben. Ein Konzept zur Integration der inzwischen rund zwei Millionen Menschen gebe es nicht und auch bei der Abschiebung hake es.

    Seine politische Zukunft lässt der ausgetretene CDU-Mann offen. Auf die Bemerkung seine Ansichten teilten sich in großen Teil mit denen der AfD, bleibt Krah vage. Er sei jetzt auf der Suche nach Gleichgesinnten, gibt aber zu: „Von den Parteien, die eine realistische Chance haben Einfluss auszuüben, ist die AfD die einzige, die bei der Zuwanderungspolitik ein Konzept verfolgt, was tragfähig ist.“ Allerdings müsse man nicht zwingend Parteimitglied sein.  

    Das komplette Interview finden Sie hier:

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    Merkel will „Wir schaffen das“ abschaffen
    Politologe Rahr zu Merkels Wiederwahl-Chancen: "50 plus, aber..."
    Jahresbericht zum Tag der Einheit: Fremdenhass gefährdet gesellschaftlichen Frieden
    Bautzens OB: „Frustration schlägt in Gewalt um“
    Tags:
    Flüchtlingspolitik, Extremismus, Kriminalität, CDU, Partei Alternative für Deutschland (AfD), Maximilian Krah, Angela Merkel, Dresden, Deutschland