16:56 17 Februar 2020
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    US-amerikanische Militärs haben den Einsatz von weißem Phosphor bei Operationen gegen Gruppierungen der Terrormiliz Daesh (IS, Islamischer Staat) im Irak bestätigt, aber keine konkreten Details und auch nicht die Ziele dieser Einsätze offengelegt, wie die Zeitung „The Washington Post“ berichtet.

    Die Schlussfolgerung, dass Geschosse mit weißem Phosphor zur Anwendung gekommen sind, wurde laut der Zeitung aufgrund einer Analyse der auf der Pentagon-Webseite veröffentlichten Fotos gezogen. Darauf seien mit diesem Stoff gefüllte Geschosse des Typs M825A1 des Kalibers 155 Millimeter zu sehen. Wie die Autoren des Artikels betonen, kann ein solches Geschoss einen zehnminütigen Rauchvorhang gewährleisten.

    „Die Kräfte der Koalition nutzen diese Geschosse mit Vorsicht und stets gemäß dem Gesetz über bewaffnete Konflikte. Die M825A1 werden dort eingesetzt, wo es keine Zivilbevölkerung gibt, und auch nie gegen die Kräfte des Gegners“, hieß es in der Antwort  eines Vertreters der US-geführten Koalition, des Oberst Joseph Scrocca, auf eine Anfrage der Zeitung. Ihm zufolge wird  weißer Phosphor eingesetzt, „um einen Rauchvorhang zu schaffen und Signale zu geben“.

    Laut einem anderen Vertreter der Koalition, Oberst John Dorrian, berücksichtigen die USA beim Einsatz solcher Geschosse „mögliche Nebenwirkungen auf Zivilisten und zivile Strukturen“. „Das US-Militär ergreift alle möglichen Vorkehrungen, um das Risiko zufälliger Verletzungen unter der Zivilbevölkerung und einen Schaden für zivile Objekte zu minimieren“, sagte er.

    Ihm zufolge wurden die erwähnten Fotos bei einer Operation der Koalition zur Unterstützung der kurdischen Einheiten im Norden des Iraks gemacht. Allerdings habe Oberst Dorrian nicht sagen können, ob diese Geschosse auf IS-Kämpfer oder auf Gebiete abgeworfen wurden, in denen sich Zivilisten befinden konnten.

    Die Vertreter des Pentagons haben die Frage, wie oft diese Stoffe eingesetzt wurden und ob damit gefüllte Geschosse auf IS-Stellungen abgeworfen wurden, nicht beantworten können, wie es im Artikel heißt.

    Ungeachtet der Beteuerungen der US-Verteidigungsbehörde sind die Menschenrechtler besorgt, dass weißer Phosphor bei der in Vorbereitung befindlichen Operation zur Befreiung von Mossul eingesetzt werden könnte. „Die Streitkräfte der USA und des Iraks müssen auf den Einsatz von weißem Phosphor in Städten wie Mossul verzichten, denn egal welchen taktischen Vorteil das bietet, so wird er von den schlimmen Verbrennungen übertroffen, die friedlichen Menschen dadurch zugefügt werden“, warnt Mark Hiznay aus der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch, wie die „The Washington Post“ schreibt.

    Phosphormunition entzündet sich beim Kontakt mit Sauerstoff. Bei Menschen führt das zu tiefen Verbrennungen, auf der Erdoberfläche brechen Brände aus.

    Die USA hatten früher bereits zugegeben, dass sie Munition mit weißem Phosphor im Jahr 2004 im Irak und ebenfalls in Afghanistan eingesetzt hatten, was ihnen eine scharfe Kritik einbrachte.

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    Tags:
    Islamischer Staat, Irak, USA